76
„Gillonne!" rief Margarethe, als sich die Thürehinter dem letzten geschlossen hatte, „Gillonne sorge,daß »ns Niemand ssört."
„Ja," sprach die Herzogin, „denn wir haben übersehr wichtige Angelegenheiten zu sprechen/'
Und sie nabm sich einen Stuhl und setzte sich ohneUmstände, überzeugt, daß Niemand der zwischen ihr undder Königin von Navarra beschlossenen Vertraulichkeitlästig in den Weg treten würde.
„Nun," sagte Margarethe lächelnd, „unser großerTdtschlägcr, was macht er?" -
„Meine liebe Königin," antwortete die Herzogin,„das ist bei meiner Seele ein fabelhaftes Wesen. Erist unvergleichlichem Geist und vertrocknet nie. SeinemMunde entströmen Witze, bei denen ein Heiliger in seinemRelignienkasten ohnmächtig werden müßte. Im klebrigenist es der wüthendste Heide, der je in die Haut einesKatholiken genäht wurde. Ich bin ganz vctnarrt inihn. Und Du, was machst Du mit Deinem Apollo?"
„Ach!" sprach Margarethe mit einem Seufzer.
„Oh! oh! wie mich dieses Ach! erschreckt, liebeKönigin; ist der edle La Mole etwa zu ehrfurchts-voll, zu sentimental? Ich muß gestehen, das wäre ge-rade das Gegentheil von seinem Freunde Coccnnas."
„Nein, er hat seine Augenblicke, und dieses Achbezieht sich nur auf mich."
„Was soll es also bedeuten?"
„ES soll bedeuten, theucre Herzogin, daß ich einefurchtbare Angst habe, ich liebe ihn wirklich."
„In der Thal?"
„So wahr ich Margarethe heiße."
„Oh! desto besser!" rief Henriette. „Es ist so süß,theuere und gelehrte Henriette, den Geist durch dasHerz anSrnhen zu lassen, nicht wahr? Ah! Margarethr,ich habe eine Ahnung, daß wir das Jahr gut zubringenwerden."
' „Glaubst Du?" sagte die Königin, „ich sehe im Ge-