Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
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bis vier Vertrautere blieben. Catbarine entließ sie un-geduldig und sagte, sie welle allein bleiben.

Als sich der letzte Höfling entfernt hatte, schloßKatharina die Thüre hinter ihm, ging an einen Schrank,der in einer von den Füllungen ihres Zimmers verbor-ge» war, schob die Thüre in einen Falz des Täfelwerkszurück und zog ein Buch heraus, dessen zerknitterteBlätter einen häufigen Gebrauch andeuteten. Sie legtedas Buch ans einen Tisch, öffnete es, stützte ihren Ellen-bogen ans die Tafel und den Kopf auf ihre Hand.

So ist es," murmelte sie lesend,Kopfweh, allge-meine Schwäche, Angenschmerzcn, Anschwellung desGaumens. Man hat bis, setzt nur von Kopfweh undSchwäche gesprochen.... die andern Symptome werdennicht lange auf sich warten lassen."

Sie fuhr fort:

Dann ergreift die Entzündung den Schlund, dehntsich auf den Magen ans, umzieht dag Herz wie mit einemfeurigen Kreise und zerreißt das Hirn wie mit einemDonnerschlage."

Sie üderlas diese Stelle noch einmal ganz leiseund fuhr dann fort:

Für das Fieber sechs Stunden, für die Entzün-dung zwölf Stunden, für den Brand zwölf Stunden,für den Toeeskampf sechs Stunden, im Ganzen sechs-unddreißig Stunden.

Setzen wir nun, der Proceß des allmähligen Eiu-ziehens danre etwas länger, als dieß bei einem gewöhn-lichen Einflößen der Fall ist, so bekommen wir stattsechsunddreißig vierzig, vielleicht achtnndvierzig, ja, acht-undvierzig Stunden müssen hinreichen. Doch er, Heinrich,wie kan» er noch so aufrecht einhcrschreiten? Weil er einMann, weil er von kräftiger Körperbeschaffenheit ist,weil er vielleicht, nachdem er sie geküßt, getrunken, undsich nach dem Trinken die Lippen abgetrccknet hat."

Calharina erwartete ungeduldig die Stunde desMittagsmahles. Heinrich speis'te jeden Tag an der-