Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

61

Die erste Angelegenheit Eures Lebens ist also EureLiebe, tbeurer La Mole?"

Es ist die Einzige, Madame/'

Gut, cs sep. ich werde ans allem Andern nur eineBeigabe dieser Liebe machen. Ihr liebt mich also, Ihrwollt bei mir bleiben?"

Mein einziges Gebet zn Gott ist, daß er mich nievon Euch entferne."

Wohl, Ihr werdet mich nie verlassen, ich bedarfEurer."

Wie? Ihr bedürft meiner? die Sonne bedarf desScheinwurmes !"

Weidet Ihr mir völlig ergeben seyn, wenn ich Euchsage, daß ich Euch liebe?"

Ei,'bin ich es denn nicht schon ganz und gar,Madame?"

,,Ja, aber Gott vergebe mir, Ihr zweifelt noch."

Oh! ich habe unrecht, ich bin undankbar, oder viel-mehr, wie ich Euch wiederholt sagte, ich bin ein Narr.Aber warum war Herr von Mouh diesen Abend beiEuch ? Warum habe ick ihn diesen Morgen bei Herrnvon Alenoou gesehen? Warum dieser kirschrothe Mantel?diese weihe Feder, dieses Bestreben, meine Haltung nach-zuahmen?"

Unglücklicher," sprach Margarethe,Unglücklicher,der sich eifersüchtig nennt und nicht errathen hat! WißtIhr, La Mole, daß der Herzog von Aten^on Euch mitseinem eigenen Schwerte tödten würde, wenn er wüßte,daß Ihr heute Abend hier seyd, mir zu Füßen liegt,und ich, statt Euch fortzujagen, Euch sage:Bleibthier,so wie Ihr sevd, La Mole, denn ich liebe Euch, meinschöner Edelmann! hört Ihr, ich liebe Euch! Nun wohl,ja, ich wiederhole es: tr würde Euch tödten!^

Großer Gott!" rief La Mole, sich zurückbiegendund Margarethe voll Schrecken anschauend,wäre esmöglich!"

Alles ist möglich, Freund, in unserer Zeit und bei