Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
58
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LS

La Mole hatte nämlich Zeit gehabt, zn überlegennnd CoconnaS hatte ihn dabei vortrefflich unterstützt.

Was denkst Du von Allein dem, Freund?" fragteLa Mole CoconnaS.

Ich denke," antwortete der Piemontese,daß hinterAllem dem eine Hofintrigue steckt."

Nnd vorkommendcn Falls bist Du geneigt, eineRolle bei dieser Jntrtgue zu spielen?"

Mein Lieber," antwortete CoconnaS,höre Wohl,was ich Dir sagen will, und suche Nutzen daraus zu zie-hen. In allen dieseirprinzlichen Schleichwegen, in allendiesen königlichen Machinationen können und müssen wirnur als Schatten gelten; wo der König von Navarraein Sttick von seiner Feder und der Herzog von Alengoneinen Flügel von seinem Mantel läßt, da werden wkrunser Leben lasse». Verliere Deinen Kopf in der Liebe,mein Theurer, aber verliere ihn nicht in der Politik."

Das war ein weiser Rath. Er wurde auch von LaMole mit der Traurigkeit eines Menschen angehört, wel-cher, zwischen die Vernunft und die Thorheit gestellt, fühlt,daß er der Thorheit folgt.

Aber ich liebe die Königin, Annibal, ich liebe sie,und liebe sie unglücklicher oder glücklicher Weis- mirmeiner ganzen Seele. ES ist Narrheit, wirst du sagen,ich gebe es zu, ich bin ein Narr; aber Du, der Duei» Weiser bist, CoconnaS, Du sollst nicht durch meineThorheiten und mein Unglück leiden. Suche unser» Herrnauf und gefährde Dich nicht."

CoconnaS überlegte einen Augenblick und antwortetesodann, den Kopf erhebend:

Mein Lieber, Alles, was Du da sagst, ist vollkom-men richtig. Du bist verliebt, handle als Verliebter.Ich bin ehrgeizig und denke, das Leben ist mehr Werth,als das Lächeln einer Fra». Wenn ich mein Leben wage,so werde ich meine Bedingungen machen. Du, meinarmer Medor, suche die Deinigen zu stellen."