Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
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mir scheint, nie besser befunden. Es kommt wahrschein-lich davon her, daß ich die Nacht in der Einsamkeit zu-gebracht habe.''

.,AH, in der Einsamkeit," sprach La Mole, Marga-rethe auf eine seltsame Weise, anschauend.

„Ja wohl, was ist dabei zu staunen?"

„Darf man, ohne unbescheiden zu sehn, fragen, inwelche»! Kloster?"

„Allerdings, mein Herr, ich mache kein Gchcimnißdaraus. Im Kloster der Annnnciadcn. Aber Ihr, wasmacht Ihr hier, mit diesem ganz verblüfften Gesichte?'

„Madame, ich suche meinen verschwundenen Freund,und während ich. lhu suchte, fand ich diese Feder wieder."

,"Welche von ihm herrührte? Iu der ?hat, Ihrmacht mir bange für ihn t der Platz ist schlimm."

„Eure Majestät mag sich beruhigen, die Feder kommtvon mir her, ich habe sie heute Morgen gegen halbsechs Uhr aus diesem Platze verloren, während ich michaus den Händen vo» vier Banditen loSmachte, die michmit aller Gewalt ermorden wollten, wenigstens wie ichglaube."

Margarethe drängte eine lebhafte Bewegung deSSchreckens zurück.

,,OH, erzählt mir daS," sagte sie.

„Die Sache ist ganz einfach, Madame ... Es ware.lio, wie ich Euer Majestät zu bemerken die Ehre hatte,uügefähr halb sechs Uhr Morgens."

„Und um halb sechs Uhr Morgens," unterbrachihn Margarethe, „wäret Ihr scheut anügegaugen?"

„Eure Majestät wird »eich entschuldigen," sprach LaMole; „ich war noch nicht zurückgekehrt."

„Ah, Herr de La Mole, uni fünf Uhr Morgensnach Hause kehren," versetzte die Königin mit einem Lä-cheln, das für alle Andern boshaft gewesen wäre, vonLa Mole aber abgeschmackter Weise anbetungswürdiggefunden wurde, „so spät »ach Hanse kehren, Ihr habtdiese Straft verdient."