Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
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„Ich beklage mich auch nicht, Madame," crwiederteLa Mole, sich ehrfurchtsvoll verbeugend, „und wennich erdolcht worden wäre, so würde ich mich noch hun-dertmal glücklicher schätzen, als ich eS zu seyn verdiene.Nun kurz, ich kehrte spät oder ^frühzeitig zurück, wie EureMajestät will, als vier Manteldiebe aus der Nue de LaMortellerie hervorbrachcn und mich mit unmäßig langenKrautmessern verfolgten. Das ist grotesk, nicht wahr,Madame, aber es ist einmal so. Ich mußte fliehen, dennich hatte meinen Degen in dem Hause vergessen, wo ichdie Nacht zubrachte."

„Oh, ich begreife," sagte Margarethe mit einem be-wunderungswürdig naiven Lächeln, „und Ihr kehrt zu-rück, um Euer» Degen zu suchen?"

La Mole schaute Margarethe an, als ob sich einZweifel in seinem Innern regte. „Madame, ich würdein der That dabin zurückkehreu, und zwar sehr gernein Betracht, daß mein Degen eine vortreffliche Ktingcist, aber ich weiß nicht, wo das Haus ist."

„Wie, mein Herr," versetzte Margarethe, „Ihrwißt nicht, wo das HauS ist, in welchem Ihr die Nachtzugebracht habt?"

„Nein, Madame, Satan soll mir das Leben rauben,wenn ich auch nur eine Vermuthung habe.«

»Das ist ganz sonderbar. Eure Geschichte ist jaein wahrer Roman."

„Wie Ihr sagt, ein wahrer Roman, Madame."

„Erzählt sie mir."

„ES ist ein wenig lange."

„Gleichviel, ich habe Zeit."

„Und besonders sehr unglaublich."

„Macht fort, ich bin im höchsten Grade gläubig."

„Euer Majestät bestehlt?"

„Ja doch, wenn eS sepn muß."

„Ich gehorche. Gestern speisten wir bei MeisterLa Hurlore zu Nacht."