Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
10
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Rene zu einem Ziele gelangen wollte, das ihm nochnicht ganz klar war, und beschloß, diese Unterredung,welche so schmerzliche Erinnerungen in ihm erregte,bis zum Ende zu führen,

Ihr kennt auch die Einzelnheiten der Vergiftungdrs Prinzen von Porciau?" fragte er, ,

Ja," sprach Rena.Man wußte, daß er jede-Nacht eine Lampe in der Nähe seines Bettes brennenließ: man vergiftete das Oel und er wurde durch ^enGeruch getödtet,"

-Heinrich zog krampfhaft seine durch die Wuthfeuchten Finger zusammen.

Derjenige also," murmelte er,welchen IhrEuern Freund nennt, weiß nicht nur die einzelnen Um-stände dieser Vergiftung, sondern er kennt auch den Ur-heber derselben?"

Ja, und deßhalb wollte er wissen, ob Ihr aufden Prinzen von Porciau so viel Einfluß hättet, -daßIhr dem Mörder Verzeihung für die Vergiftung seinesBruders verschaffen könntet?"

Leider," erwiederte Heinrich,habe ich, da ich nochhalb Hugenott bin, ans den' Herrn Prinzen von Porciaukeinen Einfluß, Er hätte also Unrecht, wenn er sich anmich wenden würde,"

Aber was denkt Ihr von der Stimmung des Prinzenvon Condä und des Herrn von Porciau?",

Wie sollte ich ihre Stimmung kennen, Rene?Gott hat mir, so viel ich weiß, nicht das Vorrecht ge-geben, in den Herzen zu lesen,"

Eure Majestät kann sich selbst befragen," sprachder Florentiner ruhig.Gibt es nicht in dem LebenEurer Majestät ein so düsteres Ereigniß, daß es alsProbe für die Milde dienen kann, so schmerzlich auchein Probierstein für die Großmnth sehn mag?"

Diese Worte wurden mit einem Tone ausgesprochen,der selbst Charlotte beben machte. Es war eine so un-mittelbare, so empfindliche Anspielung, daß die junge