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nennen. Bei dem Gedanken an diese abermalige Veränderungmüßten wir ehrfurchtsvoll gegen die Götter sein, damit uns Zeusnicht noch ein Mal spalte, dürften dem Gott der Liebe nie wider-streben, auf daß wir mit unserer Hälfte vereinigt zur wahrenGlückseligkeit gelangen.
Wir sehen, der Komiker hat sich die Aufgabe, das Geheim-niß der Liebe zu erklären, sehr leicht gemacht. Nachdem er eineUrsache der Liebe fingirt hat, kann er sie auch leicht finden,nach Art der alten Physiker, die z. B. das Steigen des Mastersin der Pumpe durch den fingirten Horror vaoni erklärten. Wieim Theater der Komödie so glaubt Aristophanes auch in dieserhonetten Gesellschaft von Gästen, in welcher Plato nicht nur dasIdeal der Liebe, sondern auch das wahre Bild seines vom athe-nischen Pöbel verkannten Lehrers aufrichten will, ein gewonnenesSpiel zu haben, wenn er die Lacher auf seiner Seite hatte.Desto ärmer erscheint aber von einem höheren Standpunkte derSpaß dieses Feindes einer besseren Philosophie an ethischemGehalte. Im Gefühle dessen sucht auch der Schlaukopf diesenMangel durch einen religiösen Epilog im herkömmlichen Stilezu ersetzen, wie er denn im angeblichen Kampfe für die altegute Sitte sich auch an den ganzen alten Zopf Athens hing,ohne einen Unterschied zu machen zwischen einem SophistenThrasymachus und einem Socrates und ohne einzusehen, daßder neue Wein auch neue Schläuche verlangte. — Mir ist un-begreiflich, wie Gelehrte haben glauben können, Plato habe denAristophanes durch die hier im Gastmahle zugetheilte Rolle eine„hohe Ehre" oder ihm seine unparteiische Achtung beweisenwollen, wie z. B. I. L. Klein in seiner sonst mit Recht ge-rühmten Geschichte des Dramas S. 90 des II. Bandes, wo eremphatisch fragt: „Und zeichnet er (Plato) den großen Komiker
XII. 28t. 2 <76S)