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tanteste Wirkung hervorbriugt. Ich will eine darauf beru-hende Anekdote nicht vorenthalten, die vielleicht weniger durchihren pikanten Inhalt, als vielmehr deshalb interessant erscheint,weil sie nunmehr nachweislich seit ca. hundert Jahren in ver-schiedenen Sprachen immer wieder einen Platz gefunden hat, woüber Schallleitung geschrieben worden ist, zum deutlichen Be-weise, daß die Wissenschaft unter den Nationen solidarisch ist undgerne der eine von dem andern abschreibt.
Eine berühmte Kathedrale zu Girgenti auf Sicilien ist in einerausgezeichneten Weise akustisch gebaut, und man hatte, ob absichtlichoder zufällig, wer mag es wissen, den Beichtstuhl gerade so placirt,daß man, um den Kunstausdruck zu brauchen, genau an dem phono-camptischen Centrum, in einer Entfernung von ca. 80 M. ungesehendas leiseste Wort von dorther deutlich vernehmen konnte. Zufällignun hatte diesen Punkt ein Unberufener entdeckt und soll dannin indiskretester Weise diese Kenntniß mit seinen Freunden derArt benutzt haben, daß Aerger und Bestürzung sich in der Stadtverbreiteten — bis eines Tages, wie die Erzählung lautet, eineihm nahestehende Dame in dem Beichtstühle saß und er mitseinen Freunden Geheimnisse erfuhr, die wenigstens dem einenvon diesen unedelmüthigen Männern keinesweges amüsant waren.
Nun aber bedarf es gar nicht so kuustmäßiger, absichts-voller Baulichkeit, um auf diesem Wege schallverstärkende Wir-kung hervorzurusen. Fast in jedem größeren regelmäßigen Raume,und auch im Freien unter den verschiedensten Umständen lassensich immer Positionen herausfinden, welche für das Ohr günsti-ger sind, als andere, zumal aber in einem geschlossenen Raumefinden sich solche Verhältnisse, die man für gewöhnlich schwerherausfindet. Schon die Nähe eines offenen Schrankes, ganzbesonders eines Eckschrankes, ja selbst die hohle Hand und derweit geöffnete Mund geben als Schallsänger akustische Wirkung,
(SSI)