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Und wie allgemein dieses Bedürfniß erkannt worden ist, dafürmag es als Beweis dienen, daß auf dem letzten in Brüssel ab-gehaltenen internationalen ärztlichen Congresfe gerade auch die-selbe Frage zur Verhandlung gestellt worden ist, in welcher Artein allgemein brauchbares Maß für Hörschärse und Sprach-Verständniß hergestellt werden könnte, ebenso in Philadelphia.Ich will es versuchen, hier einige Gesichtspunkte, die dabei fest-zuhalten sind, und einige der bedeutendsten Schwierigkeiten zuerörtern, die diesen Bestrebungen entgegentreteu.
Zunächst ist der Satz festzuhalten, daß in Sachen des Ge-hörs der einzige Richter das Ohr selbst ist. Man kann aller-dings das Schwirren einer tönenden Stimmgabel an der Hautmerken, man kann selbst die Bewegungen einer sehr tief tönen-den Saite, die ja bekanntlich weniger Schwingungen in derSekunde macht, als eine höher gestimmte, sehen: ja man kannmit der aufgelegten flachen Hand bei lautem Sprechen die Er-schütterung der Brust fühlen: aber den Ton empfindet nur dasOhr, wie jeder Sinn nur durch diejenigen Reize getroffen wer-den kann, die ihm adäquat sind, und die er dann auch ganzisolirt empfindet. Dieser Umstand macht alle Sinnesprüfungenschwierig, aber ganz besonders die Gehörprüfung, da der Tonan sich auf die übrigen Organe des Menschen absolut keine er-kennbare Einwirkung ausübt. Die Empfindung der Kälte kannman allerdings auch verleugnen; aber sie giebt sich durch Ver-änderung der Hautfarbe trotz des Leugnens kund; die Hitze er-regt Schweiß, der Kitzel meist unwillkürliche Bewegungen.Starke Riechmittel bringen ebenso unweigerlich zum Niesen, wiegewisse andere Stoffe von der Zunge aus zum Würgen, undein in das sehkräftige Auge eindringender Lichtstrahl verkleinertdie Pupille, ohne daß der Mensch die Macht hat es zu hindern-Nichts ähnliches bei dem Gehör, welches im eminentesten Grade
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