Druckschrift 
Die Edelsteine
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

28

immer undurchsichtig, und wird nur zu Trauerschmuck angewendet.

ä) Der Chlorospinell, lebhaft grün bis grasgrün, nuran den Kanten durchscheinend.

5. Der Topas. Er crystallisirt im rhombischen System(rhombische Säule), hat wie der Spinell Härte 8, ein speci-fisches Gewicht von 3,4 — 3,6 und besteht aus kieselsaurerThonerde nebst Fluor-Aluminium (2 ft-5 8i). Die

Hauptfarbe des Topas ist ein schönes durchsichtiges Weingelb,was aber theils bis zur farblosen Wasserklarheit, theils durchbräunlichgelb bis ins Rothe variirt, und die Juweliere benennendaher durchsichtige gelbe Steine ganz anderer Art mit diesemNamen. So wird die gelblich gefärbte Varietät des Bergkrystalls(Quarz, Citrin) ganz allgemein böhmischer Topas genannt. —Der Topas gehörte früher zu den kostbarsten Edelsteinen, wäh-rend sein Preis jetzt so niedrig ist, daß er vielfach nicht mehr zuden Edelsteinen ersten Ranges gerechnet wird. Der Grund hier-von ist einestheils der, daß er in Brasilien und Sibirien jetzthäufig gefunden wird, und andrerseits die schon oben erwähnteConcurrenz des gelben durchsichtigen Quarzes, eines Halbedel-steins, der so häufig ist, daß an ihm nur die Arbeit des Schlei-fens bezahlt wird. Auch dem Topas wurden früher alle mög-lichen geheimen Kräfte beigelegt, und eine alte Juwelenkunde,„der aufrichtige Juwelier" berichtet über ihn: „Seine Tugendund innerliche Kraft soll mit dem Monde ab- und zunehmen,und darin bestehe», daß wenn er in siedend Wasser geworfenwird, diesem allsobald die Hitze benommen und das Sieden ge-stillt wird, welche Eigenschaft veranlaßt hat, daß man ihn auchvor ein Mittel hält, den Zorn und heftige Gemüthsbewegung zustillen. Wenn er bei was Giftiges gelegt wird, soll er den Glanzverlieren, solchen aber wieder bekommen, sobald das Gift vonihm weggenommen wird."

(4S2)