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oder nordfranzösischen Tönen, ein Trobador oder Trouvere einoffeneres Ohr, als unter seinem gastlichen Dache; nichts beengtedort den frischen Ausdruck überströmenden Gefühls, nichts ver-dunkelte den heiteren Dichterhimmel lebensfroher Sänger. Dennder Markgraf, obgleich fromm und auch gegen den Klerus frei-gebig mit Geschenken, war ein abgesagter Feind alles zelotischenWesens, aller scheinheiligen Schwärmerei; als ächter Ghibelline,als Vetter Friedrichs I. konnte er nicht anders denken. Unddieser seiner Ueberzeugung lieh er Ausdruck, als er bald nachseinem Regierungsantritt in seinem Palaste eine in Languedocschwer verpönte Komödie aufführen ließ, eine beißende Satiregegen den Durst der Kirche nach Ketzerblut. Dieselbe, „dieKetzerei der Priester" (tVIrsrsAia ckols pro^rss) betitelt, war dasWerk des ebenso talentvollen wie unstäten Troubadours GaucelmFaidit aus Uzerche, welcher, nachdem er als fahrender Säuger(so^lar) mit seinem Weibe Südfrankreich durchstreift und inseinen Cauzonen die holde Gräfin Maria von Ventadonr ge-feiert, König Richard auf seiner Kreuzfahrt begleitet hatte, dannaber nach seiner Heimkehr aus dem heiligen Lande es vorgezogeuhatte, am Hofe von Montferrat zu weilen, anstatt in seiner limo-sinischeu Heimath um die Liebe der Maria oder der GiordauaBrun zu werben, welche seinen Nebenbuhler, den König vonAragon, begünstigt hatte. Gehörte auch sein Herz nächst denDamen zuerst dem ritterlichen Könige, dessen jähen Tod in Cha-lus er in einer herrlichen Ode beklagt, so war es doch in zweiterLinie „sein schöner Schatz", wie er nach damaliger Sängerlicenzden Markgrafen nannte, den zu feiern er sich vorgenommen.Hatte ihn dieser nicht mit offenen Armen in seinem Lande aus-genommen, ihn reichlich ausgestattet und vor allem seiner keckenLaune freien Spielraum gewährt? Und fesselte nicht enger noch
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