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Atome brechen die letzten Fesseln der Cohäsion und fliegen aus-einander, um Dampfblaseu zu bilden. Liegt aber die Oberflächeder Flüssigkeit frei, so werden immer mehr der schwingendenAtome von dieser Fläche weggeschleudert und steigen in die Höhe.Man denke sich ein Gewicht, das an eine Spiralfeder befestigt,in immer raschere, hin- und herschwingeude oder kreisförmigeBewegung gesetzt wird; die Feder wird sich weiter und weiterstrecken, endlich aber muß sie reißen, und der eben noch gefesselteKörper geht in der Richtung der Tangente in geradliniger Bahnfort, er giebt ein grobes Bild eines Gasatoms." Ist der Raum,in welchen eine gegebene Gasmasse eindriugeu kann, geschlossen,so müssen die Molecüle von den Wänden, von der Decke, einsvon dem andern abprallend nach und nach in allen möglichenRichtungen durch einander schwirren' und sich bald gleichmäßigverbreiten; das muß geschehen, sowohl, wenn der gegebene Raumleer ist, als wenn er schon ein anderes Gas enthält; so dehntsich nach und nach eine gegebene Gasmeuge zu jedem beliebigenVolum aus. Steigen die Molecüle beim Verdunsten oder Sie-den von der Oberfläche einer Flüssigkeit auf in einen geschlossenenRaum, so wird immer ein Theil derselben durch den Rückprallauf diese Fläche zurückgeschleudert und wieder von ihr ausge-nommen. Ist nun endlich die mittlere Zahl der zurückkehrendenAtome gleich der Menge der frei aufsteigenden, so kann keineweitere Verminderung der Flüssigkeit eintreten, wir sagen jetzt,der Raum sei mit dem betreffenden Gase oder Dampfe gesättigt.Je größer die Geschwindigkeit der Molecüle ist, um so größerwird die Zahl derjenigen sein, welche gleichzeitig so zu sagenunterwegs sind. Somit erklärt sich, wie die Fähigkeit, Dämpfeaufzunehmeu, mit steigender Temperatur wächst.
Treffen aber die Gastheilchen aus eine Wand, so müssensie auf dieselbe einen ihrer Größe und ihrer Geschwindigkeitentsprechenden Druck ausübeu; dieser Druck wird ein ganz gleich-
(LSS)