XLII
der die Armen zu speisen im Begriffe ist, zu widersetzensucht; dann erscheint die hoffiirtige Frau selbst in Reue undVerzweiflung auf dem Totenbette, auf dem sie unter demGesang der Engel die letzte Oelung empfängt und stirbt;endlich sehen wir in einem dritten Bilde ihre Seele im Fege-feuer, zu Gott um Erlösung flehend, ein Engel tröstet sieund verspricht ihr baldige Erlösung. Im folgenden (III.)Actus wird der geizige Kaufmann von dem mildthätigenHerrn in den Brunnen hinuntergelassen, wo er sein ver-stecktes Geldfass nicht findet; er verschreibt sich dem Teufel,der ihm zu seinem Gelde wieder verhelfen soll: der Teufelnimmt ihn beim Worte, erscheint selbst und fuhrt ihn mitsich fort. Im Actus VI kommen die Sani (= Zanni, Hans-wurst) vor die Thür der Frau und rufen hinauf um allerleiConfect; als dann der Herr, trauernd um den verstorbenenNachbar, zuriickkehrt und sich vor die Thür setzt, steigt siezu ihm herab und setzt sich tröstend zu ihm. In einemTableau ohne Worte wird dann die Seele des seligverstorbenenNachbarn durch einen Engel hinauf vor die Dreifaltigkeit ge-leitet, wo sie die Engelschaaren mit Lobgesängen empfangen.Endlich in dem gebetartigen Actus VIII betet zuerst einerder Actores zu Gott, dann zur lieben Frau, dann wendet sichMarie selbst zu Gott und zu Christus; die hl. Dreifaltigkeiterteilt durch den Mund des Sohnes erst an Maria, dann andie ganze Christenheit Erhürung versprechende Antwort.Die höchsten himmlischen Personen werden wie der Teufelin die Handlung verflochten.
Nach dem Gesagten kann kein Zweifel sein, dass vielesin dem Drama des erlauchten Verfassers auf literarischerTradition beruht. Und nicht blos in der Einkleidung desGanzen, auch in einzelnen Zügen lässt sich diese verfolgen.Die karrikierte Figur des geizigen Kaufmannes in Actus IIIerinnert an Dasypodius und die schweizerische Bearbeitungdes Aristophanischen Plutus; die in Actus I von dem Hof-meister verunglimpften Eisenbeisser tragen die Züge desmiles gloriosus an sich; über die Schreiber findet manähnliches im 47. Kapitel des Don Guzrnan von Alfnrache;die satirischen Modebilder finden in der reichen Teufels-literatur des 10. Jahrhunderts und noch mehr in der Satire