XXXIV
die Türkenstücke am nächsten. Den Vorläufer Luthers, Huss,hat Johann Agricola 1537 dramatisiert (Kawerau, Agricola 127 ff.Genee 14h. Archiv X 6 ff.). Bald tritt Luther selbst imDrama auf: 1580 Frischlins (lat.) Phasma (Gottsched I OS.230. II245 f.); 1592 der Calvinische Postreuter, Streit zwischenLuthertum und Calvinismus mehr in Form einer Disputationals eines Drama; 1593 Rivander (Genee 209 ff.; Gottsched1138. II237 ff.); 1600(1601*, 1624 3 ) A. Hartmann (ADB Scherer).Zur Säcularfeier der Reformation erscheint dann eine ganzeReihe von Dramen: 1617 Hirtzwigius (ADB); Kielmann (ADB),welcher von Naogeorg, Clirysäus und Hildesheim beeinflusstist; und Martin Rinckarts drei Reformationsstücke, von denender Eislebische christliche Ritter (in diesen Neudrucken alsNr. 53 von Carl Müller herausgegeben) und der Indulgentiariusconfusus (Neudruck von Rembe, Eisleben 1885) nunmehr inNeudrucken vorliegen. Endlich 1624 Joh. Blocius (ADBScherer) mit seiner Eusebia Magdeburgensis zur 100jährigenEinführung der Reformation in Magdeburg. .
Den Ausgangspunkt der Türkenspiele bilden Celtis’Halbdramen, welche mit Huttens ,Vermahnung’ zusammen-gelialten werden müssen. Der Dramatiker Chnustinus hat ein„Büchlein Uber den Abgott Maliomet“ geschrieben, um etwaigeGefangene vor dem Abfall zum Mohammedanismus zu be-wahren. Dramen: 1541 Greif, Vermahnung wider den
Türkischen Tyrannen; 1560 Linck, de praeparatione ad bellumturcicum; am besten Tobias Cober, Sol sive Marcus Curtius(1595), bekannt in deutscher Bearbeitung unter dem TitelIdea militis vere christiani 1607 (ADB Scherer); 1595 PantzersTragödie von den 13 türkischen Fürsten (ADB Holstein).Werden im 17. Jahrli. zahlreicher, fortgesetzt.
Andere historische Stoffe sind vor dem Auftretender englischen Comüdianten nicht häufig, obwohl Hans Sachsausser der Geschichte des treuen Dieners Baneban nochmanches andere über seinen dramatischen Leisten geschlagenhat. Der sächsische Prinzenraub wurde von NicolausRoth (hrsg. von Stiibel in den Mitt. d. deutschen Gesellschaftin Leipzig zur Erforschung vaterländischer Sprache und Alter-tümer VII 31 ff., wo auch weitere Literatur über den Stoff)und lateinisch in Cramers Plagium 1593 behandelt; das letzterewurde wiederholt ins Deutsche übersetzt. Conradin von