Druckschrift 
Das Lied vom hürnen Seyfrid : nach der Druckredaction des 16. Jahrhunderts ; mit einem Anhange: Das Volksbuch vom gehörnten Siegfried nach der ältesten Ausgabe
(1726)
Entstehung
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des Nibelungenliedes kennen, sind ganz weggefallen. Es solldamit nur darauf hingewiesen werden, dass an letzter Stelleallerdings sehr alte Gedichte als die Grundlage des li. S. an-zuerkennen sind, die aber auch dem Verfasser der Druck-redaction in bereits überarbeiteter Gestalt des 15. Jhs. Vor-lagen. Wären die mhd. Texte unmittelbar verarbeitet worden,dann dürften wir sicherlich in Metrik und Sprache deutlichereSpuren davon zu entdecken haben.

Zur vorliegenden Ausgabe konnte ich die Drucke BFHim Original benutzen; fiir B a stand mir eine sehr ausführlicheCollation Steinmeyers zu Gebot; N im Abdrucke von derHägens, berichtigt durch eine von Prof. A. Reifferscheid be-sorgte Collation; von 0 erhielt ich eine Abschrift durch dieGüte meines Freundes E. Dürnhöfifer in Wien; schliesslichdie bereits erwähnte Abschrift von B mit den Lesarten derübrigen Drucke von der Hand Steinmeyers.

II. Das Volksbuch vom gehörnten Siegfried.

Das weitverbreitete und oft aufgelegte Volksbuch vomgehörnten Siegfried deckt sich in Bezug auf die darinerzählte Handlung vollkommen mit dem Liede vom h. S.,doch finden sich einige Zuthaten und Erweiterungen darin;das Volksbuch gieht an, aus dem Französischen übersetzt zusein. J. Grimm (Z. f. d. A. 8, S 1—6) meinte, dass wirklich einnoch nicht aufgefundener „Sifroi le cornu“ zu Grunde liege;auch den Zusätzen des Volksbuches mass er Gewicht bei undwar der Ansicht, dass die Jorcus-Zivelles-Episode uralteElemente in sich fasse; Zivelles (aus älterem Hivelli ent-standen) sollte dem Hjalli der nordischen Sage (Atlakvi^a 22u. 23; Atlamäl 58 u. 60) entsprechen. Beide Behauptungensind unhaltbar. Die Zusätze sind von so unbedeutender, oftläppischer Natur, oder doch so fremdartig, dass sie unmöglichals ältere Bestandtheile der Sigfridsage aufgefasst werdenkönnen; sie erweisen sich auch als rein änsserlicli undmechanisch zwischen die Strophen des h. S. eingeschoben,und sind mit leichter Mühe wieder auszuscheiden. Zwischen34—35 wird berichtet, wie S. mit einem Bären kämpft, wieer dem König Gibald oder Gilbald Hilfe gegen einen Eber