Meschenich.
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Nach der Volkssage soll die Kirche ein heidnischer Tempel gewesensein. Dieses ist wohl darauf znrückzusühren, daß große Hausteine einesrömischen Mausoleums bei dem Bau derselben verwandt sind, von denenein an der Südseite des Chors eingemauerter großer Stein die Figureines an einer Steinwand sitzenden Mannes zeigt, das Haupt trauerndauf die Hand gestützt. Wir werden nicht fehlen, wenn wir annehmen,daß an Stelle des ehemaligen, jetzt verschwundenen adeligen, neben derKirche gelegenen Gutes, „Kirchenhof" genannt, eine römische Villa ge-standen habe.
Die Pfarre Meschenich gehörte bis zur französischen Herrschaft zumkurkölnischen Amte Brühl. Sie hatte bis zu Anfang dieses Jahrhun-derts geringe Bevölkerung, indem der Grundbesitz an größern undkleinern Höfen haftete. Nach der kurkölnischen Landes-Description von1669 zählte Meschenich damals außer den großen Gütern nur 15Häuser, zu welchen 13^4 Morgen Grund und 224 Morgen Ackerlandgehörten. Die Zahl der Communicanten der Pfarre belief sich 1750auf 140^), was auf eine Seelenzahl von ca. 220 schließen läßt. Letzterebetrug anfangs dieses Jahrhunderts 300 und 1834 circa 396.
In der Pfarre liegen folgende, ehemals geistliche Güter:
n) Der Magerhof, dem Kloster St. Mauritius in Köln gehörig,wurde nach 1802 von der Domainen-Verwaltung mit 250 Morgen köl-nisch für 27000 Frcs. an Herrn Rolshoven verkauft. Das genannteKloster besaß denselben seit dem 12. Jahrhundert. Erzbischof Reinaldvon Köln bekundet 1166, daß dasselbe einen Hof zu Meschenich (Meschin-gen) mit 90 Morgen Land von Frau (äomirm) Gertrud zum Preise von48 Mark erworben habe; das Uebrige sei aus den umliegenden Aeckernkäuflich gewonnen worden^).
b) Der Engeldorferhof mit 320 kölnischen Morgen gehörte andas Kloster Beuden bei Brühl. Er wurde 1809 für 48000 Frcs. verkauftund gehört jetzt Herrn Zehnpfennig.
o) Der Langenackerhof mit 160 Morgen, au das Stift St.Severin gehörig, ebenfalls säcularisirt und verkauft, jetzt Erben Schürfgehörig.
ck) 6 Morgen Land, den Carthäusern zu Köln und
s) Ländereien an die Vicarieen von St. Severin in Köln gehörig.
Außerdem die adeligen Güter:
n) Der Kirchenhof, neben der Kirche gelegen, im Jahre 1669mit 186 Morgen, von denen 156 zu 39 Malter Roggen und 3 MalterWeizen damals verpachtet waren. Der Hof war Mann- und Lehngut
0 Binterim, Alte und neue Erzd., I 363. — -) Lac., Urk., I 418.