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1 (1838) Immanuel Kant's Schriften zur Philosophie im Allgemeinen und zur Logik
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Seite
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40 Versuch, den Begriff der negativen Größen

jenigen Handlung, wodurch die Vorstellung klar wird, entgegenge-setzt ist und durch die Verknüpfung mit ihr das Zero, oder denMangel der klaren Vorstellung zuwege bringt. Denn sonst, wennsie eine Verneinung und Mangel schlechthin wäre, so würde dazueben so wenig Anstrengung einer Kraft erfordert werden, alsdazu, daß ich etwas nicht weiß, weil niemals ein Grund dazuwar, Kraft nöthig ist.

Eben dieselbe Nothwendigkeit eines positiven Grundes zu Auf-hebung eines inneren Accidens der Seele zeigt sich in derUcbcrwin-dung der Begierden, wobei man sich der oben angeführten Beispielebedienen kann. Uebcrhaupt aber, auch außer den Fällen, da mansich dieser entgegengesetzten Thätigkeit sogar bewußt ist und die wirangeführt haben, hat man keinen genügsamen Grund, sie alsdennin Abrede zu ziehen, wenn wir sie nicht in uns klar bemerken. Ichgedenke z. E. anjetzt an den Ticger. Dieser Gedanke verliert sichund es fällt mir dagegen der Schakal ein. Man kann freilich beidem Wechsel der Vorstellungen eben keine besondere Bestrebung derSeele in sich wahrnehmen, die da wirkte, um eine von den gedach-ten Vorstellungen aufzuhcben. Allein welche bewundernswürdige Ge-schäftigkeit ist nicht in den Tiefen unseres Geistes verborgen, diewir mitten in der Ausübung nicht bemerken, darum weil der Hand-lungen sehr viel sind, jede einzelne aber nur sehr dunkel vorgestclltwird. Die Bcweisthümer davon sind Jedermann bekannt; manmag unter diesen nur die Handlungen in Erwägung ziehen, die un-bemerkt in uns Vorgehen, wenn wir lesen, so muß man darübererstaunen. Man kann unter anderen hierüber die Logik des Rci-marus Nachsehen, welcher hierüber Betrachtung anstellt. Und so istzu urtheilen, daß das Spiel der Vorstellungen und überhaupt allerThätigkeiten unserer Seele, insoferne ihre Folgen, nachdem sie wirk-lich waren, wieder aufhörcn, entgegengesetzte Handlungen voraus-setzen, davon eine die Negative der anderen ist, zu Folge den ge-wissen Gründen, die wir angeführt haben, ob uns gleich nicht immerdie innere Erfahrung davon belehren kann.

Wenn man die Gründe in Erwägung zieht, auf welchen die