IGO
Friedrich Zarncke
Johannes anzusetzen. Das mare arenosum und die darin gefangenenFische (§ 15) werden dem Presbyterbrief § 31, die Notiz über denPfeifer demselben §25, ebenso auch die pigmaei und monoculi ihmansehören, obwohl für alle diese dem Verfasser auch andere Quellenbekannt sein konnten; deutlich verräth sich dagegen die Anlehnungan den Presbyterbrief in der Schilderung des vielslückigen Palastes§ 24 fg.), auf die offensichtlich der wunderliche Aufbau des Spiegel-unlerbaues (Episl. presb. loh. § 67 fg.) von Einfluss gewesen ist; in§ 35 erscheint auch jener verrälherische Spiegel selbst; die 72 regesin § 38 gehen auf § 9 des Briefes, die Notiz über den seltenen Verkehrmit den Weibern (in § 39) auf § 64 des Briefes, doch erweitert, ent-weder aus der Interpolation des Briefes (vgl. § 55 q desselben) oderaus direcler Kennlniss der Sage von den Amazonen; auch die Angabedes Titels des Priesters Johannes verrälh, obwohl er nicht ganz überein-stimmt, Kennlniss des Briefes. Aus dem Bericht über den PatriarchenJohannes sind die §§ 19 — 48 von Johannes Witte für § 41—46seiner Reisebeschreibung verwendet worden; aber eine wörtlicheBenutzung kommt auch hier kaum vor; der Verfasser hat ebenseinen eigenen Stil. Die Herrschaft des Priesters Johannes ist ganzins Fabelhafte gesteigert, er ist der Herrscher Uber den Gross-Khan.Die sich drehenden Palastraume (§ 33. 34 und 37), und die Löwen(§ 27), sowie den Riesen (§ 36), welche den Nicht-Christen undKetzern oder den eintretenden Feinden gefährlich werden, scheint ersogar aus französischen Romanen herübergenommen zu haben: inden Gralromanen z. B. linden sich solche Erfindungen mehrfach. Vgl.z. B. P. Paris, Romans de la fable ronde I, 217. Potvin, IntroductionS. XNXI11 und XXXII seiner Ausgabe des Perceval le Gallois vonGhresliens mul seinen Fortsetzern, Bd. V. Die Erzählung von demFisch iasconhts (§ 51) ist aus den Reisen des heiligen Brandanus ent-nommen; vgl. Sanct Brandan, hsgg. von Carl Schi-öder, S. 10 fg.Das Lebermeer stammt aus dem Herzog Ernst, wie die Zusammen-werfung desselben mit dem Magnetberge beweist; doch ist die Fabelvon letzterem hier ganz anders gewandt: der Magnet befindet sicham Grunde des Meeres und zieht die Schilfe zu diesem hinab.
Wiederholt linden wir als Jahr der angeblichen Reise 1 489 an-gegeben. Das ist falsch, obwohl einige Drucke und vielleicht selbstdie Genter Handschrill diese Jahreszahl bieten. Aber vom Jahre 1499