Druckschrift 
2 (1876) Enthaltend Capitel IV, V und VI
Entstehung
Seite
155
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Dek Phiisst ich Johannes.

Stellung 13651379 bekleidete, und 1393 als Bischof von UIrechtstarb. Also ist die Erzählung zwischen 1364 und 1373 geschrieben,wahrscheinlich wohl ums Jahr 1370, nach der Reise nach Rom.

Aul diese liebliche Erzählung machte kein Geringerer als Goethezuerst aufmerksam, der eine lateinische Handschrift des 15. Jahrli.erworben batte. Er gab 1820 in »Ucbcr Kunst und Allertlmm«II, 2, S. 156 1g. eine geschmackvolle Analyse des Inhalts, die in dieGesammelten Werke (in 56 Blinden) Rd. 45 S. 190 fg. Aufnahme ge-funden hat. »Genug«, schreibt Goethe, »ich meine nicht, dass ir-gend etwas Anmuthigeres und Zierlicheres dieser Art mir in dielliinde gekommen sei«. Zu bemerken ist, dass in dieser Legendedie alte Annahme, dass der Priester Johannes zum Geschleckte derdrei Könige gehört habe, aufgegeben ist. Die Legende weist ihmeine andere Stellung zu.

Ausser Goethes Handschrift giebt es noch mehrere, z. R. in.München Nr. 2941 und 8248, in St. Gallen u. s. w. Auf eine gutgeschriebene, ebenfalls dem 15. Jahrli. angehörende Hs. auf derUniversitäts-Bibliothek in Olmiitz machte mich Herr Oberbibliothekar.1. Müller aufmerksam und übersandte mir dieselbe mit Genehmigungdes österreichischen Herrn Gultusminislers von Stremayr. Ausserdemgiebt es Drucke des 15. Jahrli., so einen vom Jahre 1477, denOudinus erwähnt (wie G. Schwab angiebt), und einen vom JahreI486 (Mainz bei Guldenschaff), den ich benutzte. Er belindet sichauf der Leipziger Universitäts-Bibliothek, Scr. eccles. 1182. DieserDruck enthalt jene Vorrede an den Bischof von Münster, die derOlmülzer und der Goelheschen Handschrift fehlt. Uebrigens scheintder Text wenig abzuweichen; wenigstens habe ich, von etwas ver-änderter Capitelzählung abgesehen, keinen irgend wesentlichen Unter-schied zwischen der Olmülzer Handschr. lind dem Druck von i486bemerkt.

Das Buch hat frühe eine deutsche Bearbeitung erhallen, bereitsim Jahr 1389, in welchem Jahre sie der Frau Elsbeth von Katzen-ellenbogen gewidmet ward. Vgl. die Baseler Handschr. von Jahre1420; eine Handschrift besitzt auch die Heidelberger Bibliothek: Palal. Nr. 118); ein Auszug belindet sich auf der Pariser Bibliothek,Nr. 7832. Auch sonst noch kommt die deutsche llebersetzung nichtselten vor. So weist der Münchner Katalog vier Handschriften auf,