CAPITEL VI.
Die lieiscroinane und die Legende.
1. Der Bericht des Elysaeus.
12. Jahrh.
Diese märchenhafte Beschreibung Indiens und des Landes desPriesters Johannes findet sich in der Handschrift Nr. I I, einem Legen-darium, des südlich von Wien gelegenen Stiftes Tleiligenkreuz, voneiner Hand des 13. Jahrh. eingetragen. Ygl. Perl/., Archiv X, 594,wo der Anfang abgedruckt ist. Eine Abschrift verdanke ich HerrnProf. W. Wattenbach.
Dieser Bericht ist von besonderem Interesse wegen seines hohenAlters; denn die Abfassung muss noch dem 12. Jahrh. angehören,ist vielleicht noch in die 80er Jahre desselben zu setzen. Denn dasHospital in Friesach, das bei seiner Gründung ums Jahr 1135 vondem Erzbischof von Salzburg Conrad I den Religiösen von Admontübertragen war, und diesen noch 1185 bestätigt ward, wurdebald darauf gegen die Pfarre St. Michael ausgetauscht, und dieserTausch im Jahre 1196 von dem Erzbischof Adalbert 111 bestätigt 1 ).Unser Schriftstück aber erwähnt noch die Ernennung des Spital-meisters in Friesach durch den Abt von Admont (§ I I). WeitereAnknüpfungen für eine Datirung linden sich nicht, da keine Namenausser dem des Berichterstatters genannt werden. Unmöglich ist esnicht, dass der Bericht in der vorliegenden Gestalt Interpolationenertahren hat; der Schluss von § 21, der eigentlich aus der Rolle fällt,legt diese Annahme ziemlich nahe.
!) Vgl. Wichner, Geschichte des Benediclincr-Slifts Admont 1, 73. 11, 18 undUrkundenbuch S. 208. 2 46.