Der Priester Johannes
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In Belrell seiner Mitllieilungen über den Priester Johannes unter-scheidet sich Ruysbrock wesentlich von seinen Vorgängern. Diesealle hielten sicli einfach an das im Abendlande Geglaubte und hin-gen dies ihren Erfahrungen im fremden Lande irgendwo lose an.Nicht so Rttysbroek, er nahm die Sache ernst und baute aus denAnnahmen die er lnilbrachle und Dem was er erfuhr, ein ganz neuesGebäude zusammen, das dann gemeiniglich und bis in unser Jahr-hundert als der Ausgangspunct für die geschichtlichen Untersuchungenüber jene Sage behandelt worden ist.
fragen wir zunächst, ob eine solche Schätzung seiner Berichteüberhaupt gerechtfertigt sein konnte, so müssen wir es entschiedenlüugnen. Wo uns Ruysbroek als Augenzeuge erzählt, werden wirseinen Berichten glauben, und da er scharf zu beobachten verstand,auch vertrauen, freilich auch hier mit vorsiehliger Beachtung, ob nichtVoreingenommenheit seinerseits seine Beobachtung trübte. Wo erdagegen Geschichtliches miltheilt, werden wir seine Angaben mitaller Reserve aufzunehmen haben. Wie konnte er bei einem Volke,das keinen Gelehrlenstand, keine Geschichtschreibung halte'j, dasnomadisirend umherzog und das so, zumal bei dem Gewirr der Stämmeim innern und nordöstlichen Asien, doppelt schnell eine exacte Er-innerung verlieren musste, als Reisender etwas herausfragen, das,wenn es sich nicht um ganz grosse Verhältnisse handeile, von kri-tischem Werlhe hätte sein können? Man vergegenwärlige sich, was
t) »Alle die verschiedenen Stämme, die Dschingiskban za einem grossen VolkeVerbund , halten bis dabin keine Schrift und folglich auch keine Geschichte. DasAndenken an frühere Begebenheilen wurde durch mündliche jUiltheihmg derselbenvererbt ; dadurch artete die Geschichte dieser Begebenheiten in Fabeln aus undging endlich verloren. . . . Mehr als zwanzig Jahre nach dem Tode Dschingiskhan’serhielten die Mongolen erst eine eigene Schrift, es dauerte indess noch einige Zeit,ehe sie allgemein verbreitet war und zur Abfassung von Büchern gebraucht ward«,is. .lac. Schmidt in der Einleitung S. XI zu seiner Uebersetzung von SsanangSsetsen’s Geschichte der Ost-Mongolen, Petersburg 1829. Sehr anschaulich schil-dert seine Lage der Armenier Haiton, der 1306 schrieb (s. o.), am Schluss vonCap. 16, das von Dschingiskhan’s Jugend handelt: Et non est, mirandum, si in ist.ishistoriis non posui tcmpus ccvtuui, quoniam, licet (i multis scivc quaesivevim veri—Iftlcm, non tarnen potui invenire, qui super talibus plenarie me docerct. El crcdo,quod talis sit ratio, quare tcmpus certum istarum historiarum penilus ignoratur, quiaab initio Tariari literas non habebant, et sic lempora ei rerwn gesla transibant abs-que eo, quod ab aliquo notarentuv, et per hunc moduin oblivioni posteu tradebaidui .