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2 (1876) Enthaltend Capitel IV, V und VI
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Fbiemucii Zaiincke,

noch heutiges Tags ein Tourist aus unserer Landbevölkerung heraus-fragen würde, und überfrage dies aut die w'eit ungünsfigeie Lage,in der Ruysbroek sicli befand. Und nun gar bei einem Gegenstände,bei dem er keinen festen Boden unter den Füssen halte, wie beider sagenhaften Figur des Priesters Johannes. Mehr als irgend sonstmusste er hier der Gefahr ausgesetzt sein, mehr in seine Bericht-erstatter hinein- als aus ihnen herauszufragen.

Die Voraussetzungen, mit denen Ruysbroek nach dem InnernAsiens reiste, waren die damals in Europa populären Annahmen:I) Es giebt oder gab ein christliches Reich, dessen Herrscher derPriester Johannes noch jetzt heisst oder doch früher einmal hiess. Mannannte dies in Europa Indien; alter Indien war ein weiter Begriff,Ruysbroek durfte sich gestatten, ihn auf Gegenden zu überfragen,denen wir heute ihn nicht mehr beilegen dürften. 2) ln Auflehnunggegen einen Sohn dieses christlichen Königs erlangten die Tartarenihren ersten und entscheidenden Machtzuwachs, und zwar geschahdies im Beginne des Jahrhunderts, ums Jahr 1202. Wenn Ruysbroekin Folge seiner Erkundigungen an die Stelle des Sohnes einen anderenVerwandten setzen musste, so versliess das nicht sehr gegen seineVoraussetzungen, sobald dieser nur der Nachfolger des Priesters Jo-hannes war. 3) Eine Tochter des Priesters Johannes, resp. seines Sohnes(oder doch Nachfolgers), wurde mit dem siegenden Tartaren vermahlt.

Zu diesen Voraussetzungen fügte er nun aus eigener Ueberlegungoder aus specieller Kenntniss die folgenden: i) Das Hauptland derTartaren, durch das sie, wenigstens in den Augen Europas und West-Asiens, erst zur Weltmacht geworden waren, war Karakitai. Unwill-kürlich musste er geneigt sein, in seiner Vorstellung jenen besiegtenLehnsherrn dort zu suchen. Ob hierauf die Relatio vom Jahre 1221einen Einfluss übte, die die Sachlage ja wirklich so darstellte, istNebensache; Ruysbroek hatte Inner-Asien ausreichend kennen ge-lernt, um sich dies selbst zu sagen. 5) In einer »Historia Auliochena«hatte er gelesen, dass im Jahre 1098 während der Belagerung vonAntiochia die Muhammedaner sich nach der Hülfe eines Coirc/utuumgesehen hatten. Nichts konnte ihm näher liegen, als hierin denGurkhan von Karakitai zu vermuthen, von dem freilich um 1098noch nicht die Rede sein konnte. Hierzu kam noch 6) dass er dieAnsicht hegte, die Stämme der Naiman und Kerait seien Christen.