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2 (1876) Enthaltend Capitel IV, V und VI
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Der Priester Johannes.

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Joh. de Plano Garpini, der durch die Voraussetzungen Ruvsbroeksnicht beirrt ward, erklärt die Naiman ausdrücklich für Heiden: Terramintravimus Naimunormn , qui sunt pagaiii; die Kerait erwähnt er nicht,und auch sonst linden wir diese von den Reisenden nicht besondershervorgehoben. Im Westen von Peking wird von Joh. de Monte Cor-vino wie von Oderich (s. u.) ein christlicher Stammesherrscher erwähntund von beiden, was nahe liegen musste, für einen Nachkommendes Priesters Johannes erklärt. Auch ist es wohl möglich, dassziemlich in dieselbe Gegend Marco Polo (s. u.) das band seines Pres-byter verlegt. Abei' Keiner von diesen nennt die Kerait, und manmuss allerlei Winkelzüge machen, wenn man die Kerait des Jahres1202/3 in jene Gegenden verlegen will 1 ). Indess ist es vielleicht nichtunmöglich, dass auch Miltheilungen über das Christenthum der Keraitbei der Abfassung des Berichtes, den uns Vincenz erhalten hat, einenEinfluss geübt und die klentificirung ihres Ungkhan mit dem PriesterJohannes noch näher gelegt haben. Aber höchst, merkwürdig wäredann, dass die genauere Kennlniss von den Vorgängen in Asien nurbestätigt haben würde, was man schon vorher im üccident auf blosseCombination hin erzählt hatte.

3. Die Gesandtschaften des Papstes.

Es ist ein wunderbarer Schwung in der Phantasie des Mittel-alters. Das Abendland zog damals dem Orient gegenüber den Kür-zeren; Jerusalem war I2Ü wieder verloren; Alles vor sich nieder-schmetternd waren die Mongolen 1237 bis I2Ü bis in die MitteSchlesiens und Ungarns gedrungen. Europa zitterte vor den fremden

4 ) Hiermit könnte man Zusammenhalten Jen Bericht eines Gesandten, derzwischen 1139 und 1 442 aus China in Florenz bei Eugen IV eintraf und von demuns Poggius Nachricht gegeben hat (zuletzt herausgegeben von Kunstmann, die Kennl-niss Indiens im 15. Jahrh., 1803, S. 61 fg.): llegnum esse ait prope Cataiam ilinereviginti Hierum, cuius rex incalaeque omnes Christiani essent, liaeretici tarnen, quiNestoritae ferunlur; eins gentis palriarcham se destinasse, nt certiora de nobts re-ferrel. Ecclesias upud eos maiores ornalioresque noslris esse, patnurcham auro argen-toque opulcnlum. Aller-inan hat diese Mittheilungen mit Vorsicht aufzunehnien, daToscanellis Briet' vom Jahre 1474, der von demselben Gesandten handelt, dieseNachricht nicht, enthält, und Poggius selber über die Schwierigkeit klagt, die ergehabt habe, sich über die einfachsten Dinge mit jenem Fremden durch einen arme-nischen Dolmetscher zu verständigen.