Der Priester Johannes.
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Wer diejenigen waren, die der Verf. in den Worten senmdmn qnosdamals seine Berichterstatter bezeichnet, wissen wir nicht. Gewiss warenes orientalische, wahrscheinlich mündliche Quellen; denn, wie sollteman im Occident auf jenes Jahr gekommen sein'? Auch linden wireinen syrischen Schriftsteller, Abulfaradsch (s. u.), dasselbe Jahr alsden Beginn der mongolischen Macht angebon, und halten wir Simonvon St. Quentin für den Schreiber jener Worte, so befinden wir unsja mit ihm mitten im mongolischen Lager. Auch hat das Jahr 1202/3wirklich eine nicht geringe Bedeutung in der Geschichte diesesVolkes. Tn diesem Jahre besiegten sie den Stamm der Kerail unterderen Ungkhan, mit dem sie bis dahin im Bundesverhällniss gestan-den hatten, und sie erstarkten dadurch so, dass sie alsbald den Kampfmit dem Naiman (1204—8), darauf selbst mit den Chinesen (1210)und mit den Karakitai (1218) aufnehmen konnten, worauf sie zurBekriegung des Ghowarezmschah (1219—2 I j schritten. Eine ReiheSchriftsteller (Mirkhond, Raschid, Kondhemir, Abulgasi u. a.) giebtauch dies Jahr als das an, in welchem Temudschin nach Besiegungder Kerail den Namen Dschingiskhan annahm. Mehr freilich anUebereinslimmung mit der wirklichen Geschichte möchte ich nichtannehmen. Wenn erzählt wird (Desguignes-Dähnert III, 19, auch beid’Ohsson I, 67), dass Dschingiskhan und Ungkhan zwiefache Vermäh-lungen zwischen ihren Söhnen und Töchtern verabredet hatten, somöchte ich darauf nicht die Angabe unserer Stelle zurückführen, dassDschingiskhan die Tochter des David sich vermählt habe. Und bedeu-tende Züge weichen auch ab. Die Mongolen waren nicht den Kerailtributpflichtig, sondern den Chinesen, und der Ungkhan fiel nicht indem Treffen. Er wurde erst später unter den Naiman getödtet; amallerwenigsten konnte er je als rex Indiae bezeichnet werden. Voneiner Vermählung mit einer Tochter des Besiegten berichten die glaub-würdigen Quellen Nichts. Wahrscheinlich griff der wiedererzählendeEuropäer mancherlei Züge auf, die nicht zusammengehörten.
Eine weitere, und zwar wichtige Uebereiflstimmung würde sichallerdings ergeben, wenn sich nachweisen liesse, dass die Kerait wirk-lich Christen gewesen seien. Aber über diesen Punct hege ich dochgrosse Zweifel. Allerdings erzählt Abulfaradsch (Uebersetzung vonBruns und Kirsch, Leipzig I 789) in dem Chronicon Syriacum S. 219zum Jahr 398 (1007/8 p. Chr.): Eo anno gens quaedam Turcmm
Abhandl. <1. K. S. Gesellseli. d. Wissenscli. XIX. 0