Der Priester Johannes.
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Aber seine Erwartung sollte doch nicht, ganz zu Schanden wer-den. Nicht lange, und wenigstens aut' eine Zeitlang ward ihm dieFreude, an eine glänzende Erfüllung seiner Hoffnungen glauben zudürfen.
Im Frühling des Jahres 1218 hatten die Kreuzfahrer, ausserStande in Syrien Erfolge zu erzielen, Aegypten zum Object ihrer An-griffe gewählt. Drei hervorragende geistliche Herren begleiteten dasHeer, der Cardinallegat Pelagius, der Bischof von Ptolemais, unserJacob von Vitry, und der bekannte Kreuzprediger, der Kölner Schola-stiker Oliver. Nach unsäglichen Anstrengungen und nach blutigenKämpfen gegen das Entsatzheer des Sultans von Aegypten hatten dieKreuzfahrer am 5. November 1219 die Stadt Damiette eingenommen.Aber, so gross auch der Jubel über diesen Sieg in Europa war, dieLage des christlichen Heeres ward dadurch nur wenig gebessert, unddie Hoffnung auf die von Friedrich 11 versprochene Hülfe allein hieltnoch den Math aufrecht.’). Da, im Frühling 1221, ging im fernenOsten ein neuer Hoffnungsschimmer auf. Nachrichten, die aus jenenGegenden kamen, erzählten von einem mächtigen Herrscher, der dieSaracenen im Bücken zu fassen im Begriffe sei, mit gewaltigen Heeres-massen heranrücke, bereits das Persische und andere Reiche nieder-geworfen habe und nahe vor Bagdad stehe.
Die Lage war ähnlich w'ie im Anfang der 40er Jahre des 12.Jahrhunderts. Auch damals die Verlegenheit der Christen hoch ge-stiegen, auch damals plötzlich ein mächtiger Feind der Saracenenim Osten. Bereits damals hatte das Gerücht aus dem gemeinsamenGegner der Muhammedaner den Verbündeten der Christen gemacht,und so hatte sich jene Sage von einem mächtigen christlichen Königeim feinen Innern Asiens gebildet, der herbeiziehe um bei Besclüitzungdes heiligen Grabes bohülflieh zu sein. Dieselbe Ideenassociationwiederholte sich jetzt, man knüpfte an die noch immer unberichtigt
’) Der Hochmeister der Templer, Petrus de Monte aeuto, schrieb im September1220 (Math. Paris ed. Wats S. 263): Exspeclavimus iam praeterea diu hnpera-torem et nobiles alios, per quos speravimus relevari, in quorum adventu opus mul-torum manibu.i inchoatum ad [mein sperabamus perdticere optatum. Si vero de spesuccursus huius in proxima aestate, quod absil, frustraremur, utraque terra, Syriaevidelicet, et Aeyypti, tarn illa, quae nuper cst acquisita, quam illa, quae diu pos-sessa est, in casu dubio sunt constitutae.