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Urkunden zur Geschichte der Universität Tübingen aus den Jahren 1476 bis 1550
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Bursas.

Erfahrungen, die eine von Seiten der Universität, die andere von Seitender Regierung ihm Tübingen entleideten.

Camerarius war der Wortführer der Artisten in ihrem Kampf umeine würdigere Stellung der Facultät, insbesondere um das Recht auf Theil-nahme ihrer Deputierten an den Verhandlungen des Senats. Im Februar1510 hatte er im Auftrag der Facultät eine dringende Vorstellung beimSenat eingereicht und befürwortet. Sie wurde nicht berücksichtigt und mitder bezeichnenden Signatur: Causam Joa. Camerarii betreffend zuden Acten gelegt Fach XV, 1. Ueber diesen Handel enthält die Matrikelder Artisten den gleichzeitigen Eintrag von der Hand des damaligen De-kans M. Johannes Benignus: Cum senatores collegii artium contra

veterem morem ac ius suum a deliberationibus publicis per consilium Vni-uersitatis saepius et tum maxime excluderentur, cum de singularum perso-narum huius Academiae commodis augendis tractaretur, vt sunt distribu-tiones frumentorum et vini nec non etiam pecuniae, fuit in hoc suo deca-natu author consilio studii bonarum artium Benignus jam Decanus, vtins suum accedendi ad eas deliberationes repeteretur. Qua in petitione re-pulsam tulit artium facultas iniquitate reliquarum facultatum repudiata.Jus hoc accedendi ad omnes deliberationes publicas tribuerat collegio ar-tium reformatio scholce per Dom. Camerarium anno 1536 conscripta, inqua excludere consiliarios facultatis in personarum conductionibus permitte-batur (S. 187. 208). Quod ius doctores postea etiam contra uoluntatemCamerarii ad nimium multas res extenderunt.

In dieser Frage, von welcher das Gedeihen der humanistischen Studienwesentlich abhieng, nichts auszurichten musste C. sehr empfindlich sein.Noch verletzender aber und mittelbar eine Bedrohung seiner eigenen Stel-lung war das Vorgehen der Regierung gegen Johann Förster. Came-rarius war gegen Ende des Jahrs 1538 in Wittenberg gewesen, um sichbei Luther und Melanchthon in allerlei Fragen der Universität Raths zuerholen. Das wichtigste Ergebniss war, dass namentlich nach LuthersWunsch und auf Betreiben des C. am 15. December J. Förster von Augs-burg für eine theologische und für die hebräische Lection angenommenwurde. Bald erhoben sich aber von aussen her Klagen gegen seinen rück-sichtslosen Lutheranismus. Er sollte auf dem Katheder den Oecolampad,Blarer u. a. geschmäht haben , nicht in Tübingen sondern in Reutlingenzur Communion gehen und dergleichen.

Am Hofe und bei der Regierung war eine starke antilutherische Strö-mung eingetreten. Die fürstlichen Räthe, welche im September 1540 zurVisitation nach Tübingen gekommen waren, B a lt h a s ar v o n G iil tlin gen,D. Jo. Kn oder, der Kanzler Nie. Maier und D. Philipp Lang führ-ten die schärfste Sprache gegen Förster und drohten bereits mit seinerEntlassung. Der Senat bittet die Sache quam minima invidia an denHerzog zu bringen und fügt bei: negare Forsterum quemquam ita repre-hendisse publice, pneterea quum a Lutliero et Philippo commendatus esset,eam rem, si contingeret eum dimitti, schol® fraudi detrimentoque futuram.