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Urkunden zur Geschichte der Universität Tübingen aus den Jahren 1476 bis 1550
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37. Reformation der Univ. 1534.35.

Inzwischen ergehen, ohne dass man sie fragt, bereits Berufungennach allen Seiten und am 30. Januar erscheint die Reforma-tion und Neuordnung der Universität, unten N. 38.

Kurz darauf entweicht der Kanzler Widmann nach Rotten-burg unter östreichischen Schutz. Die letzten Promotionen derArtisten fanden am 10. Januar statt. Am 12. Febr. erkennt dieU. die Ausnahmestellung der Reformatoren dadurch an, dass sieihnen als legati Principis die Stelle nach Rector und Kanzler inin ihrem Rathe anweist. Am 17. schreibt Bla rer höchst be-friedigt an Bullinger über den Fortschritt: Braun, Müller,Armbruster, Unger seien entlassen, auch zwei Canonistenwerden ihnen folgen. Advocamus praestantes medicos, excellentesiurisconsultos, egregios theologos, linguarum professores peritissi-mos. Jungentur duo ista factiosa Realium et Nominalium, sicenim appellant, contubernia, ut unum sit contubernium, ubi om-nibus in commune praelegatur Aristoteles, praelegantur bonae li-terae. Ampliora erunt quam hactenus salaria. Ja Blarer denktsogar an baldige Heimkehr.

Die Messe wurde am 7. März abgestellt, die erste Communiontim 21. gehalten. Inzwischen hatte Peter Neser am 15. seineEntlassung genommen, andere waren schon beim Anzug des Ge-witters in der Stille verschwunden, wie der Magister JohannesGaudens Anhauser von Reutlingen inscr. 1526, der in derBursa angestellt im October 1534 resignierte und es später inWien bis zum Bischof! gebracht haben soll. Der Mag. JohannesZink aus Esslingen inscr. 1525 geht im März 1535 nach Frei-burg , wo er aus einem Philosophen Arzt wird, aber frühzeitigstirbt 1545.

Die neuen Ordnungen sind aber nicht so schnell ins Lebengeführt, als auf das Papier gebracht. Blarer ist viel auswärtsin den Kirchen beschäftigt, Grynseus muss allein in TübingenStand halten und ist schon im Juni auf dem Sprung nach Baselsich zurückzuziehen. Der Gegensatz der einheimischen lutheri-schen Theologen gegen die beiden hat sich verschärft.

1 Schon am 10. April schreiben die Rätlie an den Herzog, man sage,es werden in seinem Land zwei Secten in der Religion sach gepredigt dieein oh der Staig in des Blarers und die ander hieunten in des Schnepfenbezirk.