Druckschrift 
Der Midrasch Wajikra Rabba : das ist die haggadische Auslegung des dritten Buches Mose
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

Par. VII. Cap. VI, 9.

49

Was ist das (was ist darunter zu verstehen)? Die Mischna. Gottsprach: Da ihr euch mit der Mischna beschäftigt, so sehe ich dasso an, als brächtet ihr thatsächlich Opfer. Samuel sagte: Es heisstEzech. 43, 11:Wenn sie sich schämen alles dessen, was sie gethanhaben. Giebt es denn eine Darstellung (Form) des Hauses bisjetzt? Allein Gott sprach: Wenn ihr euch nur (in den Gedanken)damit beschäftigt, so gilt das mir, als wenn ihr es (das Haus)bautet. R. Asi sagte: Warum fängt man den Schriftunterricht fürdie Kinder mit der Priesterthora (Leviticus) an und nicht mitBereschit (dem ersten Buche Mose)? Weil die Kinder rein sindund die Opfer rein sind, so mögen die Reinen kommen und sichmit den Reinen beschäftigen. R. Abba bar Kahana und R. Chanansagten beide im Namen des R. Asarja vom Dorfe Chittaja (Weizen-dorf): Gleich einem Könige, welcher zwei Köche hatte, der eine vonihnen bereitete ihm eine Speise, er ass sie und sie war ihm an-genehm, auch der zweite bereitete ihm eine Speise, er ass sie undsie war ihm angenehm. Nun wissen wir nicht, welche von beidenihm angenehmer war. Da er aber dem zweiten Koche auftrug:Bereite mir auch ferner eine Speise wie diese, so wissen wir, dassdie Speise des zweiten Kochs ihm besser geschmeckt hat. Ebensobrachte Noach ein Opfer dar, welches Gott angenehm war, wie esheisst Gen. 8, 21:Und Gott roch den angenehmen Duft; auchdie Israeliten brachten ein Opfer dar, welches Gott angenehm war(s. Ex. 24, 5), nun wissen wir nicht, welches-von beiden ihm an-genehmer gewesen ist. Da er aber den Israeliten befahl und zuihnen sprach Num. 28, 2:Einen lieblichen Geruch bewahret, mir zuopfern, so wissen wir, dass das Opfer der Israeliten ihm angenehmerwar. Das sagt auch Mal. 3, 4:Angenehm ist dem Ewigen dieGabe Judas und Jerusalems wie in den Tagen des Alterthums undwie in den Jahren der Vorzeit.Wie in den Tagen des Alterthumsd. i. in den Tagen Moses,und wie in den Jahren der Vorzeit d. i.wie in den Jahren Salomos. Rabbi sagte:Wie in den Tagen desAlterthums d. i. wie in den Tagen Noachs,und wie in Jahren derVorzeit d. i. wie in den Tagen Abels, weil es in seinen Tagennoch keinen Götzendienst gab. R. Abin sagte zweierlei. Gleicheinem Könige, führte R. Abin zuerst als Beispiel an, welcher auf demSopha (Throne) lehnte und welchem man eine Speise brachte, die erass und die ihm so wohl schmeckte, dass er die Schüssel auskratzte.So heisst es Ps. 66, 15:Brandopfer der Auskratzenden (tmc)*)opfere ich dir d. i. wie der, welcher die Schüssel auskratzt.R. Abin sagte ferner: Gleich einem Könige, welcher in einerWüste reiste. Als er den ersten Stationsort erreicht hatte, ass undtrank er daselbst, am zweiten Stationsorte, den er erreichte, ass erund trank er und brachte auch die Nacht daselbst zu.**) So ver-

*) So deutet der Midr. die Stelle.

**) Mithin gefiel es ihm hier besser.

Wünsche, Midrasch "Wajikra, 4