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Par. irr. Cap. II, 3. Par. IV. Cap. IV, I.
unter Oel ist nichts anderes als die Thora und gute Werke zu ver-stehen vgl. Cant. 1, 3: „Beim Dufte deiner wohlriechenden Oele,
ausgegossenes Oel ist dein Name.“ Unser Lohn ist, dass wir ge-kommen sind, deine Thora zu lernen. Du hast uns die Thora aus-gegossen wie Oel, was aus einem Gefäss ins andere rinnt, ohnedass ein Laut dabei gehört wird. Darum heisst es: „Wie ausge-gossenes Oel ist dein Name.“ Und selbst die Völker der Welterkennen sie (die Israeliten) an der Weisheit, Einsicht, Kenntnissund dem Verstand, sie (die Israeliten) dringen bis in das Wesendeines Gesetzes, lieben dich mit vollkommener Liebe, es mag ihnengut oder übel gehen. Darum heisst es auch: Sie lieben dich mitRüstigkeit (m 7 oby). Hat ein Mensch nur die heilige Schrift und nichtdie Mischna gelesen, so steht er noch draussen, ist er in der Mischnaund nicht in der Schrift bewandert, so steht er auch draussen; hater die Schrift und die Mischna erlernt, aber keinen Umgang mitGelehrten gehabt, so gleicht er dem, welchem die Geheimnisse derThora verborgen geblieben sind, wie es heisst Jerem. 31, 19: „Nachmeiner Rückkehr bereue ich es.“ Hat aber ein Mensch die Thora,Propheten, Hagiographen, Mischna, Midrasch, Halachot, Haggadotkennen gelernt und Umgang mit Gelehrten gehabt, selbst wenn esihm das Leben kostet, so ist er doch in ewiger Freude. Darum heisstes: „Darum lieben sie dich mit Rüstigkeit.“ rri:m73 ist ein tiefes Ge-fäss, in welchem das Gebäck brodelt. Wie so? Wenn ein Menschauch die Thora inne hat, so muss er sich doch in Acht nehmen,dass er nicht in Schuld und Sünde geräth. Gott spricht zu ihm:Du bist gesegnet, dir wird Gemüthsruhe werden und die Worte derThora werden für immer in deinem Munde verwahrt bleiben. Heildem, in dem die Worte der Thora sind und mit seiner Hand be-obachtet werden, und der da weiss zu jeder Zeit durch sie Redeund Antwort zu stehen. Auf ihn sagt die Schrift Prov. 20, 5:„Tiefes Wasser ist der Rath in dem Herzen des Menschen;“ fernerPs. 130, 1: „Aus der Tiefe rufe ich dich, Ewiger,“ und das. 102, 1:„Gebet den Armen, wenn er in tiefen Gram sich hüllt.“ Gelobtsei der, welcher sprach und die Welt ward! Amen, Amen, Amen !
Parascha IV.
Cap. IV. V. 1. Wenn eine Person aus Versehen sündigtgegen irgend eines der Verbote des Ewigen. In Verbindungmit Koh. 3, 16: „Und dann sah ich noch unter der Sonne, an demOrte des Gerichts, da war Frevel.“ R. Elieser und R. Josua. R. Eliesersagt: „Der Ort des Gerichts ist auch der Ort des Frevels, nämlich derOrt, wo das grosse Synedrium sitzt und die Rechte der Israeliten be-stimmt, „da ist Frevel,“ „denn dahin kamen alle Fürsten des Königsvon Babylon und setzten sich am Mittelthore nieder“ s. Jerem. 39, 3,denn da entschied man die Gesetzlehre (Halacha). Im Sprichwort heisstes: Wohin der Herr die Waffen hängt, da hängt der Hirt seine Tasche.