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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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474 Geschichte der Juden.

der Neuchristcn, welche in Saragossa in derselben Zeit zur Buße verurthciltworden waren. Diese beiden Appcndices hat der Historiker Xuraäor äs losRiss in 1'. III seiner distorla äs los ckuäios veröffentlicht.

VII. Eine andere Liste mit 56 Namen von Vcrurthciltcn in Saragossa,ausgezogcn aus einem Ns., welches ein Vcrzcichniß der von 348 Marranenconfiscirtcn Güter in Aragonicn enthält und von dem Notar Martin de Quocaausgezeichnet worden ist (llsvns äss Otuäss XI, 84 u. f.). Von Len 56 Namengehören 50 der Zeit von 1486 bis 1498 an, d. h. während Torquemada's Funktion.

VIII. Eine Liste mit 102 Namen von Verurtheilten in Avila vom Jahre 1490bis zum Jahre 1529. Die Namen sind als Trophäen verzeichnet in der Kloster-kirche von Avila, wo sie Fidel Fita entdeckt hat. Er thcilt sie mit in Lolstiu,Jahrg. XV., 1889, x. 333 f. Nsirrorla äs los (jusranäos . . . gus

sn sl souvsnto äs 8anto Uromas äs Xvlla äesäs sl ano 1490 qrrsss svipeqü a oastiAar. Von diesen 102 sind nun 14 abzuzichen, welche erstnach Torquemada's Tod gerichtet worden sind. In derselben Kirche sind auch82 Namen der mit Buße Bestraften verzeichnet.

Alle diese Quellen geben eine stattliche Zahl von Opfern der Xutos äa,und doch enthalten diese Listen nur die Namen der von wenigen Jnquisitions-tribunalcn (in Villa-Real, Toledo, Saragossa und Avila) Vcrurthciltcn. Aus derQuelle III crgicbt sich aber, daß noch in vielen aragonischcn Städten Scheiter-haufen angezündct wurden, auf welchen Viele den Tod erlitten haben (vcrgl. w. u.).

Die herzlose Unbarmherzigkeit zeigt sich fast noch mehr in der Büßung,welche die Tribunale denjenigen Marranen aufgelegt haben, die ein reuigesBckenntniß abgelegt hatten. Der Todcsschmerz durch Verbrennen, den diePhantasie mit Schaudern nachcmpfindet, und der doch nur eine kurze Zeit an-daucrt, scheint fast beneidenswert!) gegen die Pein, welche über die Bußfertigenihr ganzes Leben hindurch verhängt wurde. Diese Pein veranschaulicht ergreifenddie Relation der Quelle I. Man erkennt daraus, daß mit dem Paragraphen 6der von Torqucmada und seinen Collegcn bcrathencn Ooirstitrrtlonss 8t. Oktloilbitterer Ernst gemacht wurde. Dieser Paragraph lautet in französischer Ucber-setzung (nach llovus äss Otrräss XI., 93): Oss Irsrötigrres sovt proelawäsl via, irr es. Ils us xoni'rovt Isuir ausuu oktles, ul i'empllr arrsuuskouotiou pulrligus, vl xossöäsr äs dsustlees. Ils vs psuvsut strs ul xro-eureurs, ul apotlräoalr-ss ... ul plr/siolsus, ui elrirur-gisus ... Ils usäoivsnt Irrrusportor ou veuärs or, arALut, eorall, xsrles tlues, xiorrssprselsrrses, ötotks äs sols ... ul ruscus s'eu ssrvlr pour ss vstlr ou ssxarsr. Os touts lsur vis ils us pourrout xosssäer ul armss, ui elrsvul,sous xolus ä'strs äsolarös apostats, äsllt c)vl eutrulus 1a ruort. Ausdieser Quelle I ist ersichtlich, daß die Bußcstrafe für die sogen. Reeonslllaäosnoch viel empfindlicher war, als diese Degradirung und Dcmüthigung. Ucbcr-haupt bietet diese Quelle, wie gesagt, ein anschaulich reiches Material, welcheQualen die Marranen, die Rssouelllaäos wie die Nelaxaäos, zu erduldenhatten, und mit welcher Grausamkeit die Inquisition in Toledo von Anfangan gegen sic verfahren ist.

Bekannt ist, daß in Sevilla bei der Einführung der Inquisition eine Ver-schwörung gegen sie geplant wurde, und daß sie durch ein Liebcsvcrhältniß derTochter eines der Verschworenen kurz vor der Ausführung vcrrathcn und ver-eitelt wurde*). Bekannt ist auch, daß in Saragossa eine Verschwörung vieler

*) Die Relation von dem Einzug der Inquisition in Sevilla, der ange-zetteltcn Verschwörung der reichen und angesehenen Neuchristcn gegen sic, und