erlitten, eine furchtbare Erbitterung gegen die Gemeinde dieser Stadt. EinJude wurde gesteinigt, und sämmtliche Juden schwebten in Furcht vor einemVolksaufstande gegen sic. Sie wendeten sich daher um Schutz an das Königs-paar, und dieses gewährte ihnen denselben vermittelst eines Erlasses an sämmtlicheBehörden, Diejenigen, welche sich an den Juden vergreifen sollten, streng zubestrafen. Dieser Erlaß ist ausgestellt am 16. Dcccmber 1491, gerade einenMonat nach der Hinrichtung der Angcschuldigten. In diesem Erlaß, welchen FidelFita aus dem Municipal-Archiv von Avilav cröffcntlicht hat (Lolstiu 1889 undSeparatabdruck Ooeuiusutos lristorieos VIII, p. 110f.), bemerken die Könige,daß in Folge des Processes eine große Aufregung entstanden sei: xor.siertaessouyiou äs sustioia, qus so Irmo por tu iuquisioiou äs 1a orbäaä äsIlvila äs oisrtos orssss ä äs äos äuälos, vemuos äs Im duaräia, äm qusss oseanäalä sl pusblo äs tat mausra qus apsärsarou uu äuäio äs 1aälolra oitiäaä, o c;us sllos so tsmou . . . qus la somunläaä äs la älsbaoibäaä ... los tsrirau 6 matarau ä lisiaran 6 xrouäsraii ri eilos ä susinuAvrss o tijos ä orlaäos . . . xor oabso s raoou äs lo suso äislro.
4) Auf diesen Effekt hatte cs die Inquisition bei Einleitung des Processesvon vornherein abgesehen, eine leidenschaftliche Erbitterung gegen die Judenund wohl auch gegen die Marrancn zu erregen. Zn diesem Zwecke war sicgeschäftig, gleich an dem Tage nach der Hinrichtung der Angcschuldigten denBehörden und Honorationcn des Städtchens La Guardia das Todcsurtheil unddie Hinrichtung derselben mitzutheilcn und zugleich sic zu beschwören, denFlecken Erde, wo die Gebeine des „Kindes" begraben sein könnten, ja nichtzu pflügen (Ooeuiusutos VII. suplsrusuto p. 113). Wozu das? Damitdieser Winkel von dem Königspaare, dem Kardinal (Mcndoza von Toledo) undvon aller Welt gesehen werden könnte: Ilna sosa suxlieo . . . qusaquel sorilijal äs la tiorra . . . uo lo eouslutais arar; xorqus SS sosaqus por sns ^.ltssas ^ por sl ssüor Laräsual ^ por toäo slruuuäo Ira äs ssr vlsto. Wo soll sich aber dieser Winkel befunden haben?Angeblich da, wo Juan Franco bezeichnet hätte, daß die Gebeine des Kindesbegraben worden wären: aqusl eoruijal . . äonäs äua» Oraueo sunalö quslradia siäo suterraäo. Zu stnden waren weder die Gebeine, noch der FleckenErde des Grabes. Denn der Notar der Inquisition äußerte den srommcnWunsch, daß doch ein Wunder geschehen möge, wodurch die Gebeine zum Vor-schein kommen könnten. OloZa ä unsstro 8vüor ruaravlllosaiusnts oaostrasns lrussos! Also der angebliche Flecken für das angebliche Grab der an-geblichen Gebeine des angeblich gemarterten Kindes sollte von aller Welt undbesonders von Ferdinand und Jsabella und dem Cardinal (welcher als derdritte Herrscher in Spanien bezeichnet wurde) gesehen werden können! An-gcdcutct wurde allerdings, wo dieser Flecken gefunden werden könnte: cs müssedoch ein Loch sein, welches sichtbarlich zum Vorschein kommen könnte: äouäsparsslö uu Iro^o qus maullestamsuts Ins visto. Es war ein ^.vls aulestour. Ein Loch mit Gebeinen läßt sich doch unschwer bewerkstelligen. Liegtnicht in diesem Apparat eine Tendenz, und war nicht damit ein Fingerzeiggegeben, wie gerade in La Guardia, dem angeblichen Wohnorte des Kindes, einZeichen für die Bcrsichtbarung der llnthatcn der Hingerichteten für die Macht-haber und das Volk zu schaffen sei?
Daß cs ein Tendcnz-Proccß war, folgt auch aus einem anderen Umstande.Torquemada, welcher nur beim Beginne des Processes austrat — er crtheiltedem Osficium die Erlaubniß, gegen die Angeschuldigten vorzugchcn — war