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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

legt, den Proccß des Kindes von La Guardia mit keinem Worte erwähnt(Ksvus ckss Rtuckss XVIII, p. 185 f.). Am päpstlichen Hofe hat man alsokeine Notiz davon genommen oder der Anklage keinen Glauben geschenkt.

2) Es scheint, daß auch die hochangcsehcnc Persönlichkeit, der bei dem Königs-paar wohlgelittcne Groß-Rabbi und Finanzmeister Don Abraham Senior,in den Proceß verwickelt werden sollte. Als der Angeklagte Jucö Franco schwererkrankt war, und der Jnquisitionsarzt Antonio de Avila ihn besuchte,erbat jener sich einen jüdischen Beistand, der mit ihm die Sterbcgebcte recitircnsollte. Die Inquisitoren begingen aber das Bubenstück, einen Mönch in derVermummung eines Rabbiners unter dem Namen Rabbi Abraham zu sub-stituircn. Dieser Mönch, Alonso Enriques, verstand die Sprechweise derspanischen Juden, halb hebräisch und halb romanisch, und sollte dem Krankenetwas auslockcn! ^snäo ssts Xlonso Rnriguss on bübito äo juäio. . . . kablsnäo eou sl su sbra^oo ^ romanoe (Xo. 31, x. 58). Dieserfalsche Rabbi ermahnte ihn, nichts als die Wahrheit zu sagen, und wenn csnöthig wäre, daß Don Abraham Senior sich damit befassen sollte, so würdeer ihn bitten, daß er cs thun möge. V estanäo lublancko eon ests tsstiA»(ckuoä Rranoo) preAuntö ol Rabl übenden ... 4 gns si lasse insnsstsr,gus äon ^.drabsu 8snsor sntenäisss sn sllo, gusl Is rvMria, gusentsnäisse so sllo (Xo. 32, x. 59). Rabbi Abraham ist der fingirte Namedes verkappten Mönchs, und Don Abraham Sencor ist der Rabbi-Mayorvon Spanien (s. o. S. 421), nicht, wie Locb vermuthete, Rabbiner von Scgovia.Der spionircnde Mönch hat demnach den Angcschuldigtcn anregcn wollen, daßer sich an den Großrabbiner wenden möge. Darauf ist dieser aber nach derprotokollirten Aussage gar nicht eingcgangen. Der verkappte Rabbi aberdcponirte ganz anders über diesen Punkt. Der Angeklagte hätte ihn gebeten,das, was er ihm im Vertrauen mitgctheilt hätte, nämlich daß er wegen desTodes ocs Kindes in Kerkerhaft sei, Niemandem zu vcrrathen, cs sei denndem Groß-Rabbiner: roZanäo ei juckio (lass Rraneo) 4 osts tsstiAv (VlousoRnriguss) akstuosainouls, gus non Io äixiess, sinün 4 Ion ^.brabsn(Xo. 31, x. 58). Der Arzt, ebenfalls ein Spion, welcher bei der Unterredungzwischen dem Angeklagten und dem falschen Rabbi, d. h dem Spion, zugegenwar, hat noch dazu deponirt, der Angeklagte hätte zu diesem gesagt: er mögees dem RabbinerDon Abraham sagen, daß er wegen eines umgcbrachtcnKnaben in Haft sei: eomino äixo (ckrms Rrauso) al äioiro Iru,/ Alonso (gus)ckixlsss ul Rabl äon ^Ibrabs» Lsnsor guo sstava prsso por unnabar (^:) gus avia inuerto ets. (Xo. 29, p. 57).

Diese beiden Spione haben dem Angeklagten in den Mund gelegt, daß erdem Groß-Rabbiner ein Geheimniß habe anvcrtraucn wollen. Der eine vonden Spionen hat erst diesen Namen aufs Tapet gebracht, und wenn der An-geklagte daraus eingcgangen wäre, so hätte die Inquisition Gelegenheit gehabt,Abraham Senior zum Verhör zu ziehen und jedenfalls in die Kerkerhaft derInquisition zu bringen. Es scheint also im Plane der Inquisitoren gelegenzu haben, den Groß-Rabbiner und Finanzmcistcr Don Abraham Senior in dieAnklage zu verwickeln, um den Proceß noch mehr aufzubauschen oder ihn beidem Königspaarc als Mitwisser von Frcvclthatcn zu verdächtigen.

8) Gelungen ist cs der Inquisition, mit diesem Monstrc-Proceß demKönigspaarc den Glauben an die Schuld der Verurteilten und der Bevölkerungden Glauben an die Ruchlosigkeit der Juden bcizubringen. Es entstand nämlichin Avila, wo der Proccß gespielt hat und die Angcschuldigtcn den Feuertod