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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Note 11.

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Humiäs. qnas tsnnss rapiant per Znitnra vittas.

Der achtzigjährige Greis ^la Franco wurde ebenfalls mit der Wassertorturgefoltert (No. 51, p. 8; No. 54, p. 91). Was Wunder, daß dieser Alles cin-gestand, sich, seinen Sohn und sämmtlichc Angeklagte beschuldigte. Das warendie Beweismittel, welche zu Protokoll genommen und mit allen Formalitätenals Grund zur Verurthcilung verkündet wurden. In dem langstieligen Urthcils-erkcnntniß gegen Benito Garcia erklären die Jnquisitionsrichter: Da Dieser,sowie die Ucbrigen alle ihnen zur Last gelegten Ungeheuerlichkeiten,

Marter an dem Kinde, Blasphemien gegen das Christcnthum,Judaisiren der Ncuchristcn und Bereitung des Zaubcrmittels

eingestanden hätten, so wird er dem weltlichen Arm zur Vollstreckung derTodesstrafe an ihm übergeben (das. p. 115122). Daraufhin wurden siesämmtlich am 16. November 1491 auf dem Scheiterhaufen verbrannt, einige,welche bis auf den letzten Augenblick keine Reue bezeugten, bei langsamemFeuer. Eine Thatsachc beweist,, daß trotz des so lange ausgedehnten Processcsund der feierlichen Hinrichtung gerade die Bewohner von La Guardianicht recht an das, was an dem Kinde aus ihrer Ai ittc begangenworden sein sollte, geglaubt haben. Der Notar der Inquisition theilteim Namen derselben den Sachverhalt und die Hinrichtung des Benito Garciamit und befahl, daß besonders das Sündenregister des Benito Garcia an einemFesttage in der Kirche verlesen werden sollte,damit Jedermann seinenMund halte; ich sage es wegen der Klatschereien in dieser chren-wcrthen Stadt" (No. 65, p. 114): ^ ss ää notisia äs toäo, xorgnssnäa. uno ealis sn 1)osa . . . . Oigolo . . . . por las oUismsriasäs esa bonraäa villa. Darum sollte der Bericht von der Schuld derAngeklagten bei Strafe der Exkommunikation wegen Unterlassung öffentlichvorgelesen werden. Er sollte Allen den Mund stopfen und den Klatschereienein Ende machen. Geht nicht daraus hervor, daß cs in La Guardia selbstUngläubige gab, welche den Thatbcstand von dem Kinde aus ihrer Umgebungbekrittelt und den Kopf dazu geschüttelt haben? Allerdings, laut den Zweifelkundgebcn, wäre gefährlich gewesen; aber Bekannte müssen untereinander diesenZweifel leise zugcflüstcrt haben. Dieses Gerede (sbismerias) war der Inquisitionauch schon fatal, und darum wollte sie es verstummen machen.

Welcher Wust von martyrologischen Zügen von dem Kinde von La Guardiagefabelt worden ist, kann man bei Fidel Fita im Anhang zu den Proccßaktcnlesen (a. a. O. p. 135 f.). Von Jahrhundert zu Jahrhundert steigerte sich insUngeheuerliche die Schilderung der Unthatcn der Juden an diesem Martyr-Kinde und der Wundcrthätigkcit des ihm geweihten Sakraments, das im Klostervon Avila aufbewahrt wird. Der Benediktiner Grams schrieb noch vor 10 Jahren:Die Thatsachc selbst ist über jeden Zweifel erhaben. Das Kind wurde seinerblinden Mutter gestohlen" (Span. Kirchengcschichte III, 2. 44). Aber in denProccßaktcn ist auch nicht eine leise Andeutung, daß die Mutter des Kindesvorhanden gewesen wäre. Erst spätere Martyrologisten haben die Eltern descxistenzloscn Kindes gefunden oder erfunden und ihnen, sowie dem Kindeselbst Namen gegeben. Bcmcrkenswcrth ist es, daß der Kardinal Ganganelli(später Papst Clemens XIV.) in seiner Apologie gegen die Beschuldigung desKindermordes, worin er die meisten Anklagen historisch aufzählt und sie wider-