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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Note 11.

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gewesen wären. Locb hat als unerschütterliches Resultat fcstgestellt, daß derHauptpunkt der Anklage: nämlich das Kind von La Guardia, garnicht cxistirt hat, und folglich daß die Frevclthaten der Juden und Ncu-christen, welche sich daran knüpften, gar nicht geschehen sein können (vcrgl.darüber Rsvus äes Ltuäss juivss XV, p. 203 f ). Ein anderer Schrift-steller, S. Berger ist zu genau demselben Resultat gekommen (in der Zeit-schrift 1s DsmoiguuAS, Octobcr 1887).

Aber beide Kritiker haben nicht die ganze Tücke aufgcdcckt, welche sich indiesem Proccß zeigt, auch nicht, welchen Zweck die Inquisition mit einer reinerfundenen Beschuldigung verfolgt hat, daß cs entschieden ein Tcndcnz-Proceßwar und mit der Austreibung der Juden im Zusammenhang steht. Es stelltsich auch heraus, daß eine bei Hofe angesehene jüdische Persönlichkeit in diesenProceß hincingczogen und kompromittirt werden sollte, um ihren Eifer zuGunsten der Juden zu lähmen. Um dieses zu beweisen, muß ich diesen Proceß,gewissermaßen als historisches Moment, ergänzend beleuchten.

Um die Leser zu orientircn, seien die Umrisse des Proccsses hier kurz zu-sammengestellt. Auf Antrag des Anklägers der Inquisition, Alonso deGucvara, wurden Juli 1480 vier Neuchristen aus der Familie Franco mitnoch zwei anderen, Benito Garcia und Juan deOcana, und einige Judenvon der Inquisition schwerer Frevclthaten angcklagt. Die Juden werdengenannt Jucä Franco, ein junger Mensch von 18 Jahren, ein schlichterSchuhmacher, und ein Rabbiner Mose Abenamias. Später wurde nochhincingczogen der Vater des Jucä Franco, Namens Ha (Isaak) Franco,ein Greis von 80 Jahren. Angeklagt wurden sie sämmtliche wegen dreierKapitalverbrechen:

1) Sie hätten ein junges christliches Kind von drei Jahren aus La Guardianicht blos umgebracht, sondern ihm alle Martern angethan, welche Jesus hatteerdulden müssen, gewissermaßen um in dem Kinde Jesus noch einmal zukreuzigen.

2) Mit dem dem Kinde ausgeschnittenen Herzen und einer gestohlenenHostie hätten sie ein Zaubcrmittcl bereitet, um den Inquisitoren und womöglichallen Christen den Garaus zu machen.

3) Sämmtlich hätten sic die entsetzlichsten Blasphemien gegen Jesus unddie Kirche ausgesprochen, und die Ncuchristen wären dazu von den Juden undnoch dazu zur Beobachtung der jüdischen Riten verleitet worden.

Die Akten dieses Proccsses waren bis vor kurzer Zeit unbekannt; nur dieAnklagen und die Vcrurthcilung sind öfter und zwar mit großer Uebertreibungals Schauermärchen veröffentlicht worden. Pater Fidel Fita hat die Akten desProccsses gegen Jucä Franco und das ausführlich motivirtc Todcsurtheilgegen Benito Garcia zuerst entdeckt und veröffentlicht (Lolstiu äs 1a I1.ea-äsmia, Jahrg. 1887, und als Scparatabdruck Lstuäios Ilistorieos, D. VII:sl Santo uiiio äs Oa Lluaräia 129 Seiten). Die Akten über die übrigenAngeklagten, die sicher vorhanden waren, sind bis jetzt nicht aufgefundcn worden.Aber das vorhandene Material des Proccsses und das Todcsurtheil läßt zurGenüge erkennen: 1) daß der ganze Proccß eine bodenlose Niedertracht warund 2) daß er eine Tendenz hatte. Diese Punkte sollen hier beleuchtet werden.

1) Bei der Anklage gegen Jncä Franco leugnete dieser Alles und erwidertemit Recht, daß die Denunciation nicht Ort und Zeit des begangenen Frevelsangicbt, noch Zeugen stellt, welche cs behaupten (Xo. 2, x. 17): I>orqus susu äsuuueiatiöu uo äios expriins, ui aelara sl äislro tiseal los lu^arss,

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