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meindc von Algarvc nur 12 500 Maravedis. Und in demselben Maße wie diejüdische Bevölkerung in den Großstädten abnahm, nahm ihre Verbreitung aufdem Lande zu. Die Rolle von 1474 zählt mehr als 200 Ortschaften auf, woJuden wohnen, von denen viele in den früheren Rollen gar nicht genanntwerden. Bei der Unsicherheit für ihr Eigcnthum und Leben durch die fort-währenden Hetzereien der Dominikaner gegen sie, besonders seit dem Untergangihres Beschützers Alvaro de Luna haben wohl Viele die Großstädte verlassenund sich in Landstädten angesiedelt. Diese Gemeinden müssen so klein gewesensein, daß 4 nur zwischen 100 und 250 zu zahlen hatten, 24 zwischen 300 und500 Maravedis. Auch ihr Vermögcnsstand muß hcruntergcgangcn sein, denndie Gesammteinnahme im Jahre 1474 von 200 Gemeinden betrug etwas über450000 Maravedis gegen 2 800000 zwei Jahrhunderte vorher. Aus diesemGrunde scheint 1474 ein anderer Stcuermodus cingeführt worden zu sein. Dadie Kopfzahl sich vielleicht um mehr als die Hälfte verringert hatte, und dieKopfsteuer doch nur auf eine Vermögenssteuer hinauslicf, so scheint nur dieletztere erhoben worden zu sein unter dem Namen servieio und für diegeringe Kopfsteuer die Hälfte der umgelcgten Vermögenssteuer. Das wäre dieBedeutung von ssrvisio nisäis ssrvisio.
Doch dieses sei dahin gestellt; jedenfalls bezeugt die Steuerrollc von 1474eine gewaltige Abnahme der jüdischen Bevölkerung gegen früher. Die Frage istnun ventilirt worden: wie viele sind im Jahre 1492 aus ganz Spanien aus-gewicscu worden. Die Angaben schwanken darüber zwischen 800000 und 190000.Werth haben selbstverständlich nur die von Zeitgenossen überlieferten Ziffern.Der zeitgenössische Geschichtsschreiber Bernardez, Cura des los Palacios, hatteselbst keine zuverlässige Nachricht; er beruft sich auf Zeugen, deren Aussagenkeine Gewißheit geben. Der einzige zuverlässige Zeuge ist Abravancl, welcherin der Einleitung zu „Könige" mit aller Bestimmtheit die Zahl der Ausgcwicscnenauf 300000 fixirt: ounv bvL 'vm vem apr, 'bii NM 2 nv ttba
in der Einleitung zu nx'vm 'vpv und x. 182 Abravancl hat
die Finanzen des Hofes geleitet, hat also das Gewicht der Zahl wohl erwogen.Wahrscheinlich war er oder sein Associs, der Rabbi-Maior Abraham SeniorRcpartitor der Steuern von den jüdischen Gemeinden. Er muß also die Zahlderselben genau gewußt haben. Man muß aber seine Angaben verstehen, daßer die Ausgewiesenen nicht blos von Castilien und Aragonien (sammt Catalonicnund Valencia) sondern auch die von Mallorka, Sicilicn und Sardinien meint,wie er voraufgehend bemerkt: u'vi-nu upiv'v vieo nri-mv.
Nach der gewöhnlichen Annahme, daß die jüdische Bcvölkeruug von Aragonienmit den Ncbcnländern sich zu der von Castilien (mit Leon, Murcia, Andalusien)wie 1 zu 8 verhalten hat, würde die Zahl der Ausgcwicscnen aus diesemLande 200000 und derer aus Aragonien re. 100000 betragen haben. Reuchlin,welcher zur Zeit der Austreibung bereits an deutschen Höfen verkehrt hat, andenen das Aufsehen erregende Factum der Verbannung gewiß besprochen wurde,giebt die Zahl der Ausgcwicscnen auf 420000 an (cis urts oulilmlisliou An-fangs): pulsi sx Hispuiiia, Oriäusorum ssutenu guuttnor st vigiuta,inIlila. Wie übertrieben auch diese Angabe sein mag — da Reuchlin nicht alsklassischer Zeuge angesehen werden kann — so kann sic doch als Argument gegenLocb's Berechnung gelten, welcher die Zahl auf Maximum 165000 rcducirt (a. a. O.p. 182). Abraham Zacuto, der unter denen war, welche von Castilien inPortugal ein Ashl gesucht haben, und der ein guter Mathematiker war und aufdie Genauigkeit der Zahlen Werth legte, berechnete, daß die Emigrirten von
Graetz, Geschichte der Jude». VIII. 30