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Geschichte der Juden.
sei: davon kann man nicht abgchcn, daß die Steuer an nur die
Kopfsteuer gewesen sein muß, und daß demnach nur nach derselben dieBcvölkerungszahl berechnet werde» kann. Da nun die Summe der an cads^s,-Steucr von den 72 Gemeinden Castilicns im Jahre 1290—91 betrug: 1786976, sokann damals die jüdische Bevölkerung 595658 Personen gezählt haben. Dazukam noch die Bevölkerung von Leon, Murcia und dem andalusischen Grenzgebiet,wo die Natur der Steuer nicht benannt ist, sondern nur die Gesammtsumme797879 angegeben ist, und cs also ungewiß bleibt, ob darunter ov oads^aallein oder sorvloio allein zu verstehen ist. In Murcia wohnten nicht vielJuden, mehr in Leon und in der Frontera. Das Maximum wäre demnachzwischen 70 000 und 80000, welche Zahl auch bisher fcstgchaltcn wurde. DieseZahl findet aber Locb zu hoch, da die Gesammtbevölkcrung von Castilien imXV. Jahrhundert nur etwa 6—7 000000 betragen hat, also im Jahrhundertvorher doch weniger; die Juden müßten also den sechsten oder siebenten Thcilderselben gebildet haben. Wäre cs aber so unmöglich? Ein, wenn auch nurungefährer Calcül führt zu dem Facit, daß in der That das Verhältnis derjüdischen Bevölkerung zur christlichen oder zu den Gcsammtcinwohncrn der Artgewesen sein muß. Der venctianischc Gesandte in Spanien, welcher 1505Bericht über die Einführung der Inquisition in Spanien erstattet und derenNothwcndigkcit gerechtfertigt hat, stellte die Berechnung auf, daß die Mar-ranen in Spanien den dritten Thcil der städtischen Gcsammt-bcvölkerung ausgemacht haben (^Idsri, relam'oiä äsZIi XindnsoiaäoriVsnsl, 8sris I, lom. I, x>. 29): (quak inguisimons SIN piü olrs
nsssssarig,, perolrs si Ainälvs, in Onstilin sä in nltrs provlneto äi LpUAnnit tsr?o osssr Llarrnni, nn tsrr:o äico äi oolnro elis sono oltnäinis insronnli, psrello il popnto minulo 5 vsro sristinno s oosi In innAgiorsxnrts äsili grnnäi. Berechnen wir das Verhältniß der städtischen Bevölkerungzu der ländlichen noch so gering, etwa wie 1 zu 6, so würde sie bei 6 000000Gesammtbevölkcrung 1 Million betragen haben. Folglich wäre die Zahl derMarrancn (der dritte Thcil) etwa 800000 gewesen, lind da doch die Zahl derUngetansten gewiß viel größer war, so crgicbt sich auch daraus, daß die jüdischeBevölkerung im Jahre 1891 vor dem Gemetzel mindestens 700000 Seelen be-tragen hat. Die große Zahl der Marrancn ist anderweitig constatirt. Locb,welcher diese große Zahl in Abrede stellt, vergleicht die jüdische Bevölkerungin Spanien mit der dünngesäctcn jüdischen Bevölkerung ungefähr zu derselbenZeit in Frankreich und Italien. Aber dieser Maßstab paßt nicht. Spanienmuß vielmehr für die Zahl der jüdischen Bevölkerung mit den altpolnischenProvinzen in Rußland verglichen werden. Daselbst ist das Verhältniß derjüdischen Bevölkerung in den Städten zu der Christlichen wie 1 zu 3. Hinund wieder übersteigt die jüdische noch die christliche. In den großen StädtenToledo, Burgos, Valladolid, Avila, Lorca, Cordova kann dieselbe Proportiongewesen sein, wie etwa gegenwärtig in Wilna und Bcrditschcw.
Infolge des Bruderkrieges 1365—69, des Gemetzels und der Zwangstaufevon 1391, der erneuerten Zwangstaufc von 1412—15 durch Vicentc Ferrcrhat die Zahl der jüdischen Bevölkerung in einem hohen Grade abgcnommcn.Das Statut von 1432 setzt voraus, daß cs Gemeinden von nur zehn Familienund noch weniger gab. Die Stcucrrolle von 1474 gicbt ein anschaulichesBild von dieser Entvölkerung (vcrgl. Tabelle der Stcucrrollcn). Die ehemalszahlreichen Gemeinden zahlten ein Minimum gegen früher, Toledo z. B. 3500gegen 210000, Cordova nur 1200 und Sevilla mit dem Gebiet und der Ge-