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Geschichte der Juden.
und nicht von der Steuer servicio, d. h. Vermögenssteuer. Die Annahmemeines verehrten Collegen, des Paters Don Fidel Fita, daß die Bcvölkcrungs-zahl nach der Ziffer der Steuer ssrvlsio berechnet werden könnte, der auchMr. Loeb zustimmt (Rsvns XIV, x. 104), beruht auf der Verkennung derNatur der 8srv1cio-Steuer. Loeb nennt sie ,niäs", aber dieses Wort bedeutetnur Tranksteucr und vielleicht Verzehrungssteuer. Damit ist also nichts an-zufangen. Dagegen könnte wohl die Kopfsteuer, sn cndsM, auf das
Verhältniß derselben zur Bevölkerung führen, da dabei die Zählung sämmtlichcrlebenden Personen in einer Gemeinde vorausgesetzt werden kann.
Man kann cs allerdings von vorn herein in Abrede stellen, da die Faktorenfür den statistischen Calclll fehlen, und der Divisor für die Steucrziffcr nichtermittelt werden kann, um den Quotienten zur Bcurthcilnng zu erhalten.Aber eine glückliche Hypothese hat den Schlüssel zur Berechnung geboten, unddieser Calcül wird durch eine Notiz, man kann sagen, durch ein Faktum be-stätigt. Hypothetisch wird angenommen, daß jeder Jude eine Kopfsteuer von30 Dineros zu zahlen verpflichtet gewesen sei, gewissermaßen als Sühnegeld fürdie 30 Silberlinge, für welche Judas Jschariot seinen Herrn vcrrathcn hatte.
Diese Annahme ist nun urkundlich bestätigt. Ein Erzbischof von Toledo schenktefür das Werk von Capellen unter anderen die Einnahme von den Juden vonMaqueda von Jedem jährlich 30 Dineros (llolstin äs In real Vcnäsininäs In Iristorin äs Nnäriä 1887, p. 410, lisvns äss Iltuäss XVII, p. 130).In einer spanischen Schmähschrift gegen die Juden, Oentinsln contra änäios,einem verworrenen Buche eines unwissenden Fanatikers, wird dedueirt, Davidhabe im Psalm 108 (109) dreißig Flüche ausgesprochen, entsprechend den80 Dineros, welche Juden an Christen zu zahlen hatten (Ilsrus VI, p. IIS).
Zehn Dineros machten einen Maravedi, also 80 Dineros 3 Maravcdis.Diese Zahl 3 wäre nun der Divisor für die Kopfsteuer. Demnach ließe sichdie jüdische Bevölkerung in denjenigen Gemeinden, bei welchen die Ziffer dersn cndsmr-Stcuer angegeben ist, berechnen. So war Toledo 1290 mit kleinenGemeinden in der Nachbarschaft für die Kopfsteuer ans 216,500 Maravcdis ab-geschätzt. Die Gemeinde hatte also in diesem Jahre für 72,166 Köpfe zu zahlen,d. h. abzüglich der winzigen Gemeinden in der Nachbarschaft zählte sic etwa70000 Köpfe. Diese Zahl ist nun voll durch die Nachricht eines Zeitgenossenbestätigt. Gil de Zamora verfaßte im Jahre 1282 eine Schrift, betitelt:lidsr äs pruesonüs civitutis Xrnnootias. Daraus machte Don Fidel FitaAuszüge, von denen einer lautet: daß die Zahl dcrJuden derGcmcindeToledo zur Zeit des Gil de Zamora (1282) 70000 betragen habe,welche eine Steuer zu zahlen hatten, ohne Kinder, Frauen und Arme (Ilolstinäs In real, Xcaäsmia äs la Iristorin 8spt. 1884 und ein Auszug darausllsvus ä. Üt. IX, x. 136). Erstaunlich ist, daß Mr. Loeb, der in der Lsvnsin dieser Notiz des Gil de Zamora die Bestätigung des Calcüls von der Kopf-steuer auf die Zahl der Bevölkerung annahm, später diesen Calcül verwarfund überhaupt die große jüdische Bevölkerung in Spanien in Abrede stellt.Man muß cs doch als ein Factum hinnchmen, daß Toledo damals eine jüdischeBevölkerung von 70000 Köpfen gezählt hat. Auch sonst wird die starke Be-völkerung der Gemeinde Toledo bestätigt. Abraham Nathan Jarchi referirt,daß um das Jahr 1200 in Toledo 12000 jüdische Familienväter wohnten,d. h. ungefähr 60000 Seelen. Samuel ^larya erzählt, daß während der Be-lagerung Toledos im Jahre 1368 im Bürgerkriege mehr als zehntausend Judendurch Hnngcrsnoth nmgckommen seien. Chasdai Crcscas reserirt, daß in Sc-