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Geschichte der Juden.
Die Quellen für den Calcül sind:
I. Eine Steuerrolle vom Jahre 1290, in welcher die Abgaben vermerktsind, welche die Juden in 10 Bisthiimern und 70 Städten und außerdem einenicht nach Städten detaillirte Summe -von den Landschaften Leon, Murciaund den Grenzgebieten von Andalusien an den König zu leisten hatten.Die Steucrziffer ist nach Maravedis angegeben. Man nennt diese Rolle (paäron)die von Huete, weil die jüdischen Delcgirtcn im Aufträge des Königs Sanchoin dieser Stadt die Steuern nach Städten und Landschaften repartirt haben.Sic ist öfter veröffentlicht worden; am correctcstcn bei ^.oanäor äs los Illos,dlstoi'ia, II, x. 53—57. Von den meisten Bisthiimern und Städten sind dieAbgaben und Steuern unter zwei Rubriken aufgcsührt, wovon die eine alseii sabsM, d. h. auf den Kopf berechnet, als Kopfsteuer, und die andereals ssrvleio, als Dienststeucr, bezeichnet wird. Bei einigen Städten und Land-schaften ist nur die Summe der Kopfsteuer beziffert, die andere dagegen fehlt.
II. Die zweite Stcuerrolle vom Jahre 1291 ist eigentlich nur die Wieder-holung der ersten, nämlich eine Verrechnung, wie viel von den in der erstenbezifferten Summen an die Königin, an die Jnfanten, Ritter, Geistlichen re. vonden einzelnen Gemeinden zu zahlen sei. Vorangcstellt sind die beiden Posten,die Ziffer der Abgabe von der Kopfsteuer und von der Dienststeuer. Dann werdenbeide summirt und endlich eine Reihe von Personen namhaft gemacht, denenbestimmte Summen zugewiesen sind und zum Schluffe angegeben: Nach Abzugdieser Summe bleibe noch ein Rest von so und so viel für den König. (Zuerstveröffentlicht von Amador II; -x. 581 f.). Die Zahlen der Abgaben in denbeiden Rollen decken sich vollständig; wo sie nicht stimmen, liegt ein Ziffcrfehlerzu Grunde; auch bei Differenzen von Städtenamcn können diese zweiRollen als Correctiv dienen, was bei der zweiten Rolle um so mehr zutrifft,da sie specialisirt ist. Nur bei der Verrechnung der Steuer von der GemeindeSsAoviu bietet die Differenz der Ziffer eine Schwierigkeit für die Ausgleichung.
III. Die dritte Steuerrollc stammt vom Jahre 1474, die Repartition aufdie Gemeinden von Jakob Jbn-Nunes im Aufträge des Königs veranstaltet(bei Amador III, x. 590 f.). In dieser fehlt durchweg die Bezeichnung derAbgabe Kopfsteuer (sn eadssa); die bezifferte Steuer wird nur bezeichnetals ganze und halbe Dienststeucr (servisio ä insäio servieio). Die Ziffernin dieser Rolle sind durchweg im Verhältnis; zur Zahl der Abgaben in den erstenzwei Rollen geringfügig. So z. B- hatte die Gemeinde Toledo im Jahre 1290an Kopfsteuer allein ohne servielo 216,550 Maravedis zu leisten, dagegen nachder Rolle vom Jahre 1474 als ll /2 Dienststeucr mit noch andern Gemeindenzusammen nur 3500. Die höchste Stimme hatte die Gemeinde von Avila imJahre 1474 zu leisten, nämlich 12,000 Maravedis gegen 59 592 sn sabsM und14550 ssrvisio, zusammen 74,142, im Jahre 1290—91, als kaum den sechstenTheil. Die Sieucrrolle von 1474 veranschaulicht, wie sehr die jüdische Bevölkerungin Castilien in dem Intervall von beinahe zwei Jahrhunderten, anstatt zuwachsen, abgcnommcn hat. Es ist dies ein statistischer Beleg für die Gemetzelund Gcwalttaufen von 1391 und 1412—15. Dieser Umstand giebt an dieHand, daß die Ziffer der Steuer im Verhältniß zur jüdischen Bevölkerunggestanden hat.
Die Natur der Steuer, welche in den beiden Steuerrollcn von 1290—91als sn eaUsLn bezeichnet wird, kann nicht zweifelhaft sein. „Auf den Kopf"kann nur Kopfsteuer bedeuten, d. h. eine Abgabe von jedem Kopf, vonjeder Person in der Gemeinde. In den rabbinischen Nesponsen aus Spanien