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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Note 9.

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italienischem Boden entstanden sei und Ahron Alrabi angehöre, hat aber keinenstichhaltigen Beweis dafür geltend gemacht. Scharr hat cs, ebenfalls ohneArgument, nach Spanien versetzt. Um beides, Autorschaft und Vaterland, zuermitteln, muß man tiefer auf den Text und den Commcntar dazu eingchcnund das Bcrhältniß beider zu einander ins Auge fassen. Die Betrachtungder Data soll uns den Weg dazu bahnen.

Der Verfasser schrieb die Satire 1468 oder vielleicht noch ein oder zweiJahre später, wie S. 180 angegeben ist: 1111^22 1,71 ,iiv mno xaini r>^n 11b 11uv hvv 12101 N°1 (vcrgl. Note). Der erste Copist, Abraham b. MardocharFarissol hat bereits 28 . Nissan 1478 Text und Commcntar copirt, wie derSchluß crgiebt: is 1201 >11 'iv^e>i nini's» 1rw.11 °pw.i bw'is W112 2112N un

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Man könnte zwar aus dem geringen Intervalle zwischen der Abfassungs-und der Copirzcit auf den Gedanken kommen, der kcnntnißrciche und gebildeteAbraham Farissol sei der Verfasser gewesen, er, der zu manchen schwärmerischenErscheinungen, wie zum Auftreten des Pscudomcssias Ascher Lemlcin unddes Betrügers David Nöubeni ungläubig den Kopf geschüttelt hat. Alleindiesen Gedanken muß man wieder aufgeben, wenn mau die Jugend desAbraham Farissol zur Zeit der Abfassung betrachtet. Sein Geburtsjahr wird1451 angesctzt; er wäre demnach im Jahre 1473 zwciundzwanzig Jahre altgewesen. Und er sollte ein so vollendetes Kunstwerk geschaffen haben, welcheseine so außerordentliche Geistcsrcife und eine crstauncnswerthe Eingclcsenheitin das umfangreiche jüdische Litcraturgebiet bekundet? Es ist ganz undenkbar.Ein Jahr vorher hat er die Turim copirt, und dann sollte er diese dem Inhaltder Durim so stracks widersprechende Schrift verfaßt haben? Auch das istschwer zu glauben. Abraham Farissol war kenntnißrcich, aber kein Wundcr-gcnie; er war nüchtern, aber kein Gegner des rabbinischen Judenthums;er zeigt sich in seinem handschriftlichen Werke 2112N pr> . . als Hyperorthodox.Außerdem bekundet der Verfasser unserer Schrift gründliche Kunde in derAnatomie, da, wo er die Abgeschmacktheit und Ignoranz des Kalirischcn Uijutpcrsiflirt (x. 187 ). Abraham Farissol war aber seinem Gewerbe nach Copistund allenfalls Vorsänger (pw), aber nicht Arzt.

Sehen wir uns nach andern Fingerzeigen um. Ich komme noch einmalauf das Datum zurück. 1468 ist die Satire verfaßt worden, und schon1473 hat Farissol nicht blos den Text, sondern auch den Commcntar dazucopirt. In so kurzer Zeit, in höchstens vier Jahren, soll schon eine Wort- undSacherklärung nöthig gewesen sein? Ist cs annehmbar, daß dem Commcn-tator nach so kurzem Zwischenräume der Text in die Hand gekommen ist, under sich geuöthigt sah, die Dunkelheiten aufzuhelleu? Noch mehr. Der Com-mentator gicbt im Ansange an: er habe den Text an einem verborgenen Orte,zerrissen, verlöscht und fast unleserlich gefunden (x. 196 ): iw uni

1nh.11 bo nn r>vi> nnn.v'121 nii'ip ni.ii 1221 .ii inab unenv vbeD 112b

1? 12112 ,21121 >11? w prw >111 iv'n mp2.i ivll.i 11 nnri.i 1112 unnv2 ivn

I'nwipo 2112 IN'IPI 1^2212'. Ist das denkbar, daß die Urschrift nach so kurzerZeit bereits größtcnthcils zerrissen und unleserlich geworden wäre? Das Allesscheint nichts als Maskerade zu sein. Der Verfasser selbst hat auch denCommcntar dazu geschrieben, um seine feinen Andeutungen und An-spielungen nicht überscheu zu lassen. Wie der Verfasser bekundet auch derCommcutator anatomische Kenntniß. Das Schlußgcdicht des Kommentators istdurchweg ebenso gehalten, wie das Einleitungsgcdicht des Verfassers. Joseph