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Geschichte der Juden.
9.
Autorschaft und Aatcrkand des Z'amphlcts
Bon einer anderen Seite wurde gegen das Bestehende ebenfalls gewühltin der merkwürdigen antirabbinischcn Satire w->ar iso, welche nach Stylund Tendenz an Isaak Ertcr's meisterhafte Flugblätter erinnert (früher nurbruchstückweise durch Reggio und Schorr bekannt (ov> niarn I, p. 121. LIrnIrm I,Ende), jüngstens vollständig edirt (in Omer dleednreck, Zeitschrift von Blumcn-feld IV, x. 179 Ende), mit einem Commcntar dazu ^). Das gelehrte Publikumist dem Copistcn und Herausgeber (der sich wie der Verfasser durch Pseudano-nymität maskirt hat) dafür zu großem Danke verpflichtet. Denn wenn auchdie in dieser Satire kundgegcbcne scharfe Polemik durchweg einem einseitigenStandpunkte entsprungen ist, so ist cs doch interessant, eine Stimme aus demfünfzehnten Jahrhundert zu vernehmen, die ein Echo mancher modernen An-schauung zu sein scheint. Mehr noch als der Inhalt ist die Form, die an-spiclungsreichen, witzigen Wendungen, die sich so taktvoll von Uebcrtrcibung undUebcrladung fern hält, durchweg anziehend und hat nur wenig Seitcnstücke.Man kann es fast ein Kunstwerk nennen. Es ist nach einem Original desEliescr Aschkenasi Tunensis edirt, der cs in Italien aufgctriebcn hat.
Der Leser wird natürlich neugierig, den Verfasser einer nach zwei Seitenhin seltenen Schrift kennen zu lernen; seine Neugierde bleibt aber unbefriedigt:denn der Verfasser hüllte sich geflissentlich in Anonymität in der Ueberschriftund im Einlcitungsgcdicht; er nennt sich obo w swbo und Schorr hat
also nicht richtig angegeben, daß der Name des Verfassers -ivv laute. Auchdas Vaterland des Verfassers ist auf den ersten Blick nicht kenntlich. DerHerausgeber (Kirchheim) ist zwar in dem Vorwort der Ansicht, daß cs auf
^) Herr Hnlbcrstamm theilte mir sekundlichst mit, daß er im Besitze einerhandschriftlichen Copic (Ao. 117) sei, welche älter als die, nach welcher dieEdition veranstaltet ist. Er vcrmuthct, daß der Copist Jesaia Masse ran gewesensein mag. Sie enthält Manches, was in der Edition fehlt und vies vorsn.Im Text ist das Datum angegeben: uivpu .-un» omo xain, ybx ub ni, anstattiixi, und zum Schlüsse ganz genau: iv'ru v 2 ov n.ii.m. In-
teressant ist das in derselben befindliche Vorwort. Anknüpfcnd an die Verse 3und 4, Psalm 141, xviv fährt cs fort: larw.n row isn luu ini
LN'UN bn >-:pi llvur rm yov nun W2WN2 IL'N rub>^r llv 1VN
los 2!VN2 . . . N'UW VN .1^21 NS'N ON >2 wv N2,2 wn . ll've>2w
-IVI' o.nb. Darauf eine Reihe von Versen aus Genesis, in welchen der NameJoseph vorkommt, welche auf den Inhalt der Schrift anspiclen. Herr Halber-stamm findet darin die Bestätigung meiner Annahme, daß der Vers. Josephhieß, und daß derselbe mit dem Interpreten identisch ist. Ich kann aber HerrnHalbcrstamm nicht zustimmen, daß aus dem Worte sich die Hypothese
bestätige, die Schrift sei in Oberitalicn entstanden. Denn es beweist zu vielund also gar nichts. In Deutschland kann doch der Verfasser nicht gelebt haben?Ter Verfasser liebt es aber, Eigennamen für seinen Jdecngang zu deuten. So22UL'(p>. 197) rnue? er, ,->eo.n nm v'von or> wnuri e-vm riwwovv vwo.vw bx ll'iw ei'nv, also vv vv So scheint auch iwe'n eine
Deutelei zu sein. — In dem bis. Halbcrstamm's befinden sich an dem Deckeldes Einbandes zwei entgegengesetzte Urtheile über den Werth dieser Satire.Ein Urthcil, unterschrieben bniow 'm, lobt sie über die Maßen: 'r m vsvu 'o'ip2 M 2 N L'-v' 2 'ILM V 222 'nnulli '. 2 >; das Andere ist ein Tadel: 'N'IP
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