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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Daß beide kabbalistische Schriften (welche manche Bibliographen fälschlich fürvöllig identisch gehalten haben) aus einem Gusse sind und von einem Vater stammen,erkennt der Leser an jeder Zeile. Beide beginnen mit denselben Einleitungs-worten: l?slta: ii-U'ax p n:p°m vvn, und Laua: in; .mp -mn

mpn p N'NM NNLLMU! Nil . . . na. Die Gedankenglcichheit

beider wird sich weiter unten noch mehr Herausstellen. Was die Zeit betrifft,so giebt Laim an, daß von den drei darin auftrctendcn Hauptpersonen: Vater,Sohn und Enkel, der erstcrc im Jahre 4000 der Welt 240 chr. Z. einen Traumgehabt habe. Allein schon der Kabbalist Asulai zweifelte an der Richtigkeitdieses Datums, da später lebende talmudische Autoritäten darin genannt werden(a')im.n II. Ende Buchstabe o und s. v. mp). Seine Jugend verräth das BuchI>s1ia durch Nennung der Gaoncn (in der langen Abhandlung von den sechs Ord-nungen der Mischnah): auman» ptu wo. Jellinek hat nachgcwiescn, daß

dasselbe Buch Plagiate enthält nicht nur aus Schriften des Jona Gcrundi, sondernauch des Abraham Abulafia, des Mose de Leon, des Joseph G'ikatilla, des Rccanatiund aus dem Tur des Jakob Aschen, kurz aus Schriften des 13ten und 14tenJahrhunderts (Lot Im-Niärasol» III, Einlcit. XXXVIII f.). Der Verf. kenntauch den Bahir unter dem Namen mpn .->mm eniu (L. x. 47 ä): im mv'in pum ns 'wo -mn mp.n p mnm wv, auch andere

Stellen in L. und ?. Und dieses Machwerk aus dem Conventikel der Kabba-listen Esra und Usriel ist erwiesenermaßen in den ersten vier Jahrzehnten desXIII. Jahrhunderts in die Welt gesetzt worden (Monatsschrift, Jahrg. 1887,S. 299). Da nun beide Werke das Jahr 1490 als das mcssianische Erlösungsjahrnach kabbalistischen Berechnungen angebcn (U. x. 39 ms. lolio der Bibliothekmeines verstorbenen gelehrten Freundes Raphael Kirchhcim, und in L. zweimal),so haben die Bibliographen, Wolf und andere, mit Recht angenommen, daßbeide nicht lange vorher verfaßt wurden, und also dem fünfzehnten Jahrhundertaugehörcn. Denn oft citirt werden die beiden Schriften erst von rabbinischenAutoritäten des sechzehnten Jahrhunderts, dagegen die des vorhergehendenJahrhunderts, so weit deren literarische Erzeugnisse uns vorliegcn, kennen sienicht, d. h. berufen sich nicht darauf. Durch den Einfluß der Kabbala oder desSohar haben nämlich einige Hyperrcligiösc den Brauch cinführcn wollen, zumSchluffe der Lollsnut-Partie im Gebete die letzten drei Worte zu wiederholen,um die mystische Anzahl von 248 Wörtern zu vervollständigen. Im Soharheißt cs nämlich: man soll die drei Wörter rmn '.n wiederholen; eine

andere Lesart im Sohar lautete, zu wiederholen avmim Gegen diese

Wiederholung waren aber gewichtige Bedenken von Seiten des Talmuds, dernamentlich das Rcpetircn von noa geradezu verbietet. Nun empfehlen diebeiden kabbalistischen Schriften Lana und Lslia das 'm. Von den

vielen rabbinischen Autoritäten des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundertsberuft sich dabei keiner auf diese Schriften, z. B. Simon Duran II. (Ilsspp.wm iw' II. Xo. 2 sgcb. 1437, gest. nach 1509s). Er beruft sich dafür auf seinenGroßvater Simon Duran I., seinen Vater Salomo Daran I-, seinenBruder Zemach Duran, von denen keiner etwas von Laim und l^slia ge-wußt hat. Auch Mose Alaschkar (gest. nach 1531), der die Frage über dasGcstattetsein der Wiederholung ventilirt und den Sohar dabei citirt (Rsspp.Xo. 66), kennt das Vorhandensein dieser kabbalistischen Schriften nicht. Ebenso wenig Lcvi ben Chabib, der sich ebenfalls mit der Frage beschäftigt(Lssxx. Xo. 73), ja nicht einmal eine der ersten polnisch-rabbinischen Autori-täten des XVI. 8asonl., Salomon Lurja (Rssxx. Xo. 64). Die ersten, die