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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

war, und daß seit einigen Jahren Juden auf venctianischen Schiffen zur Ucbcr-siedelung nach Palästina wieder, wie ehemals, zugclassen werden. Von diesemVerbote spricht nun ganz entschieden das Sendschreiben des Isaak Zarfati.Es ist also jedenfalls vor 1488 abgcfaßt. Signore Mose Lattcs in Venedighat nun im venctianischen Archiv das Aktenstück gefunden, in welchem der Dogeden Schiffscapitäncn untersagt, Juden auf venctianischen Schiffen nach Palästinazu befördern, weil die Juden dem Mönchsconvent auf dem Berge Zion injrrrirrset sxtorsion68 zugefügt hätten. Dieses Aktenstück ist datirt 4. Juni 1428.(Vergl. Frankel-Graetz, Monatsschr., Jahrg. 1873, S- 288). Eine Bagatellsachewurde von den Franciskancrn und dem Papst in die Interessensphäre derGcsammtchristcnhcit gezogen. Der Guardian der Minoritcn in Jerusalemhatte sich beklagt, daß, weil die Juden die sogenannte Davidskapclle ihnenentzogen, d. h. an sich gekauft harten, dem Orden himmelschreiende Gcwaltthatvon denselben zugcfügt worden sei: Olnarckiano 6t Oovontni Noiitis 2ionorckinis Ninorum par cknckasos kactao tnorunt inulta.6 iniuris.6 6t oxtorsionosnnk6r6nt68 eis monustorinm 6t oapollam vaviä: Darauf erließ der Papsteine Bulle: gna, iullikuit omnidns, c;ui mare naviZant, snd paus, oxeoin-mnnioatioiiia, gnock »on posseiit suprg. 6ornm naviAiis llnckoum alic>n6nalavLrs. Daraufhin haben der Doge und der Senat von Venedig allen ihrenAgenten und Capitäncn verboten, Juden aufzunchmcu. Das Datum mußindeß richtig gestellt werden. Isaak Zarfati spricht von mehr als 10 Jahrenseit dem Erlaß des Verbotes, das Aktenstück der venctianischen Behörden datirt1428, so müßte das Sendschreiben um 1440 erlassen sein; allein damals gabcs noch nicht eine europäische Türkei. Die Emcndation in statt niir?scheint mir hinterher unberechtigt, da die Zahl 10 Jahre zweimal vorkommt.Zu beachten ist aber die verschiedene Angabe über das Verbot. Der Papstund der Senat verboten lediglich, Juden auf christlichen Schiffen aufzunchmen.Zarfati berichtet aber noch, daß die Ordre gelautet habe, einen auf einemSchiffe der Levante betroffenen Juden in's Meer zu werfen: i>.-<

Das ist offenbar eine Verschärfung. Diese muß wohl in den vierziger Jahrenerlassen worden sein, und die10 Jahre später" fallen zwischen 14531460.Das Sendschreiben ist demnach innerhalb dieser Zeit erlassen. Da nun dieserEpistolator Isaak Zarfati zu gleicher Zeit mit Mardochai Comtino und zwarin der Türkei gelebt hat, so wird dadurch die Identität desselben mit demCorrcspondentcn Comtiuo's bestärkt. Die Thatsachcn, welche in diesem Send-schreiben hcrvorgehobcn werden, erhalten erst durch die chronologische Ein-reihung ihre bestimmte geschichtliche Bedeutung. Wir besitzen demnach anZarfati's und Obadja's epistolarischer Hinterlassenschaft zwei Urkunden überdie Zustände der Juden in einem Theilc des christlichen Europa, in Aegypten,der Türkei und Palästina in der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts,wie sie nicht authentischer gehalten sein können.

7 .

HlüLlichcr Zustand der Juden in der Türkei; Mose Käpsali.

Isaak Zarfati hat in wenigen Zügen die glückliche Lage der Juden in derTürkei zu seiner Zeit entworfen, um die deutschen Brüder zu bewegen, dasLand ihres Elends zu verlassen:Wüßten die deutschen Juden nur den zehntenTheil des Glückes, das die Juden hier (in der Türkei) genießen, so würde sienicht Regen, nicht Schnee hindern, und sie würden Tag und Nacht nicht