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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

Zutreffender ist die Vermuthung, welche im Katalog der hebräischen Codicesder Leydener Bibliothek ausgestellt ist (x. 262, Note 2), daß der Verfasserdes Sendschreibens identisch ist mit jenem Isaak Zarfati, welcher mitMardocha'i Comtino^) correspondirt hat (6oäsx a. a. O. bei IVolk Litilio-tbsss. III, x. 718, dto. 3): Respouäst Ibi (blaiäocbnsns Oomtiuo)spistoluiir Rubi Isuuoi O u11i (me-:x pn^-), ^ui ad Ipso pstisrut, nt som-rnsuturio illustrurst su, ynao Aristoteles äs dopten st Nuirnoniäss äsvosibus lotzäeis soripssriut sto. Freilich ist dadurch für die Abfassungszcitunseres Sendschreibens nicht viel gewonnen. Einmal beruht die Jdentificirungdieses Isaak Zarfati mit Comtino's Korrespondenten lediglich auf Conjcctur, unddann ist das Zeitalter des Mardochäi Comtino nicht bestimmt genug umgrenzt.Seinen Pcntateuch-Commentar verfaßte Comtino im Jahre 1460 (Wolf III,x. 718, IV, p. 904). Er scheint aber noch 1490 gelebt zu haben; denn der KaräerElia Baschjazi, der ihn öfter als seinen Lehrer in seinem Werke rnin citirt,nennt ihn noch als einen Lebenden in der Abhandlung über Reinheit und Unrein-heit (p. 78a): nvn '1 ll-nn 'NMI. Nun schrieb Baschjazi

diesen Theil kurz vor seinem Tode, 1490, wie sein Jünger Kaleb Afendopolobemerkt zum Schluffe des genannten Werkes): rnemi piv n-mv

',1 ML -2 n I'L' e»^n). Es Ist also möglich, daß

Mardochäi Comtino oder sein vielleicht jüngerer Korrespondent Isaak Zarfatinoch bis in's sechzehnte Jahrhundert hinein gelebt haben, und daß das Send-schreiben erst im Anfänge desselben verfaßt worden wäre.

Es läßt sich aber ein direkter Beweis führen, daß es noch im löten Jahr-hundert erlassen worden, und man kann fast das Jahr seiner Abfassung fixircn.Denn Isaak Zarfati's Sendschreiben hebt besonders hervor, daß die deutschenJuden verhindert sind, übcr's Meer auszuwandcrn und eine Ruhestätte imheiligen Lande zu suchen. Gleich am Anfänge: orm .nmut, um» .ni»:

(rnp rm-m ll"N7> pon ll'Mm mavb lliw ll'nuv. Es heiße unter den

Christen, die Juden hätten den Tcmpelberg angekauft, und sie würden sichnicht scheuen, das sogenannte heilige Grab zu erwerben und cs zu schänden

(p. 18): penn riinp mipp woa- 8°, wn oi.o'a in up onmn

nep' ninp ,napa 'ua nnlln pn nnmep rm vm nrixi mnxnv nn:

nniinQ mno. Darum haben die christlichen Völker einenBefehl erlassen, daß jeder Jude, der die Reise nach Jerusalem anträte, vonden Schiffslcutcn in's Meer geworfen werden sollte (p. 19): nin nn px

'nein ns>L'n' lii NS2' lem >11.1' 'le i'i-nne 112SI NNN^I snmn 2i

^) Da Mardochäi Comtino's Schriften noch nirgends, meines Wissens,übersichtlich zusammengestellt sind, so möge hier die Reihenfolge derselben einenPlatz finden: 1) Pentateuch-Commcntar niw ine mit Berücksichtigungdes Jbn-Esra und mit Polemik gegen die Karäer, 1460 (vcrgl. oben).2) Commentar zu Jbn-Esra's »im i,e> (äs Rosst Ooäsx Ro. 314, 4;Ho. 556, 1). 3) Commentar zu dessen own -wo (das. Ho. 556, 2).

4) Commentar zu dessen iem.-> iso (das. dlo. 556, 5). 5) Commentar zuMaimuni's Logik und andern logischen Schriften (bei Wolf, a. a. O. obenund de Rossi das. Ho. 556, 4, Katalog Leyden a. a. O-, Neubauer KatalogLoäl. Ro. 2183); es ist eben die an Isaak Zarfati gerichtete Schrift. 6) EineWidcrlcgungsschrift gegen die Angriffe des Jbn-Esra'schcn SupcrcommentatorsSabbatär b. Malkicl (Katalog Leyden Ro. 41, p. 203 ff.). 7) lieberAstronomie (Wolf III, p. 719, Ro. 5). Es ist wohl dieselbe Schrift, vonwelcher Joseph dcl Mcdigo in seinen Schriften spricht.