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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
Entstehung
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Note 6.

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Icr Auf aus der Hürkei an die Juden Deutschlands,das /and ihres ßkcnds zu verlassen; Isaak Zarsati; Wardocha'l tzomtinound Hvadja ZZertinoro.

Ein höchst interessantes Sendschreiben eines sonst unbekannten Schriftstellers,Isaak Zarsati, das sich in der Lidliotköyus von Paris (abwechselnd ro^al,und imxärinls nationale genannt, aneion ton äs dio. 291) befindet, hatJellinek veröffentlicht in einem Hefte pmn nwn onernp, zur Geschichte derKreuzzügc (Leipzig 1854, x. 14 ff.). Der Anfang lautet: oH.np bn

bnvvL-' owbe: p->n'i y-!n aum oeH p'iinb MIM'.I. Der Ein-

gang gicbt an, daß zwei deutsche Juden, welche einerseits das Elend und dieVerfolgung der deutschen Juden gesehen oder mitcmpfunden und andererseitsdie Ruhe und glückliche Lage der Juden in der Türkei wahrgcnommcn hatten,den Verfasser, Isaak Zarsati, ermuthigt haben, ein Sendschreiben an dieJuden von Schwaben, des Rhcinlandcs, von Steiermark, Mähren und Ungarnzu erlassen, um sic aufzufordcrn, ihre elende Heimath aufzugeben und nach derTürkei auszuwandern: ri-nnw im (;.no in "i nnn ap n nman) 'w Hm,pi>irn''Lv Oun, pmiv nva ll'wiv.n invnn an,.im enpn nH.np nuHoT:

pinn NU '2 anb xni.ib Pi,NM pi.ii^. Der Gegensatz zwischen dem Drucke inDeutschland und der Freiheit in der Türkei kann nicht drastischer geschildertwerden, als in diesem Sendschreiben, das, obwohl in einem eigenartigen Musiv-styl geschrieben, mit biblischen und talmudischcn Phrasen durchzogen, wegender Originalität einen sehr wohlthucndcn Eindruck macht. Es ist nur Schade,daß sich darin kein Datum für die Abfassungszcit befindet, weil erst dadurchdie Situation und das Colorit recht verständlich wären.

Die Ansichten über das Zeitalter dieses Sendschreibens gehen daher aus-einander. Jellinek versetzt cs sehr früh in den Anfang des dreizehnten Jahr-hunderts, noch zur Zeit der Kreuzzügc (a. a. O. Einleitung S. VI). Einigereihen es in das fechszehntc Jahrhundert ein: im Anfänge oder gegen dieMitte desselben (Xsrein Ollemsä. IX, x. 49, Levy, Dou Joseph Naßi,S. 32 f.). Beide Annahmen haben Vieles gegen sich. Gegen die erstereist einzuwenden, daß das Sendschreiben den Bestand der europäischenTürkei voraussetzt; denn es fordert eben die deutschen Juden aus, nach derTürkei auszuwandern oder dieses Land zum freien Durchzuge zu benutzen, umnach Palästina überzusiedcln (x. 15): ninu -wi ev, m ip°>

(nvnp.-, p-mb) 7ML- mH - 1 M 1 P 1 nva> ;17. Aber die Eroberung Konstanti-nopcls fällt erst 1453. So kann diese Schrift nicht zur Zeit der Krcuz-züge verfaßt sein. Gegen die auf nichts begründete Ansicht, daß es erst imXVI. Kaseulum verfaßt worden sei, spricht das gewichtige Bedenken, daß eskein Wort von der massenhaften Einwanderung der spanischen und portugie-sischen Juden nach der Türkei enthält. Es hätte doch wohl am meisten Gewichtdarauf legen sollen, wie gastfreundlich die unglücklichen Juden der pyrenäischenHalbinsel in der Türkei ausgenommen worden, wenn es nach 1492 und 1497erlassen worden wäre. Wie anders lautet das Einladungsschreiben vom 1.1550der Salonichcr an die Gemeinden der Provence, ihr elendes Leben in derChristenheit mit dem glücklichen Dasein unter dem Islam zu vertauschen(Rsvus ä. Lt. XV. f.) Es erinnert an das Unglück der Verbannten aus derpyrenäischen Halbinsel.