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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

nommen haben; denn der König Manoel entschloß sich zu Zugeständ-nissen. Er erließ (30. Mai 1497) ein Dekret der Milde. In dem-selben ertheilte er allen gewaltsam getauften Juden Amnestie undbestimmte eine Frist von zwanzig Jahren, innerhalb welcher sie nichtvor das Jnquisitionstribunal wegen Judaisirens gezogen werden sollten,weil sie sich erst ihrer alten Gewohnheiten entledigen und in denkatholischen Glauben einleben müßten, wozu eine geraume Zeit er-forderlich sei. Ferner bestimmte das Dekret, daß nach Ablauf dieserFrist gegen die des Judaisirens Angeklagten ein regelmäßiges Zeugen-verhör angewendet werden, und wenn sie dessen überführt würden,ihre Güter nicht wie in Spanien consiscirt werden, sondern den Erbenverbleiben sollten. Endlich verordnete das Dekret, daß diejenigengetauften Aerzte und Chirurgen, welche nicht lateinisch verstünden, sichhebräischer Lehrbücher bedienen dürften i). Es war damit den Zwangs-christen bewilligt und gestattet, im Geheimen ohne Furcht vor Strafenals Juden leben zu dürfen und auch ihr Schriftthum zu behalten.

Das Dekret ist zuerst von Ribciro mitgethcilt, ausgczogcn von He»culano das. x. 130 fg. Dieses Dekret bildete die Grundlage, auf welches dieNeuchristcn Portugals später sich beriefen, als sie sich der Einführung derInquisition gegen sie so hartnäckig widersctzcn. Immanuel Aboab theilt denInhalt derselben mit (XomoloAis. x>. 282): inas sisuäo Aruvs ä XmuuuslRe)- äs iOortuAgl sl uver äs ässtsrrurlos äs sus tisrras, rosolviü äsodliAnrlos a gus ss disisseu Odristiauos, promstiuäo äs no motss-turlossniiivAUirtisiupo, niporviirsriluiuul, u 1 su xsräimisntoäsouodisuss. Es ist erst dadurch erklärlich, wie die Marrancn Portugalsmit einer gewissen Offenheit das Judenthum bekannten. Aus dem italienischenGesandtschaftsbericht (Berliner Codex, 6. Note, S. IV. B. IX. Note 5), gehthervor, daß die Marranen eine Synagoge in Lissabon hatten. Es erklärt sich,wie Juda Leon Abrabancl in seiner Elegie um 1503 seinen getauften SohnIsaak in Portugal anrcden konnte:

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Der junge Abrabancl muß demnach in Portugal Gelegenheit gehabt haben,Hebräisch zu lernen: (Oour Xesdmaä II. x,. 78 k.) Es erklärt sich endlichdaraus/ wie der kabbalistische Schwärmer Diego Pidres oder Salomo M olch o,der 1525 Portugal verließ, obwohl nicht beschnitten, so viel Hebräisch wußte,daß er in kurzer Zeit die Kabbala erlernen konnte. Er hatte Gelegenheitgenug dazu.