Manoel's Dekret der Milde.
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Rom war ein Schandplatz, eine Astartenherberge, eine Giftbude ge-worden, wo aber auch Unschuldige ihr Recht für Geld erkaufen konnten.Die portugiesischen Neuchristen schickten daher eine Gesandtschaft vonsieben Leidensgenossen, darunter zwei gewandte Männer, PedroEssecutor und Alemann EljuradoH, an den Papst Alexander.Sie vergaßen natürlich den Beutel mit Geld nicht. Der Papst unddas sogenannte heilige Collegium zeigten sich ihnen günstig, nament-lich nahm sie der Cardinal von Sancta Anastasia in seinenSchutz. Der spanische Gesandte Garcilaso arbeitete aber im Auf-träge des spanischen Königspaares ihnen entgegen. Damals spieltegerade in Rom der Proceß des marranischen Bischofs Pedro deAranda von Calahorra, dessen Vater von der Inquisition angeklagtwar, als Jude gestorben zu sein (o. S. 317). Dieser Bischof, früherin Gunst beim Papste und von ihm zum apostolischen Protonotariusernannt, war inzwischen in Ungnade gefallen, weil der Papst nachdessen Schätzen lüstern war. Man beschuldigte ihn, vor der MesseSpeise zu sich genommen und ein Crucifix, sowie andere Heiligenbilderabgekratzt zu haben. Als der spanische Gesandte den Papst und dieCardinäle geneigt sah, Pedro de Aranda in Gewahrsam zu bringen,bemerkte er, es würde im Publikum heißen, der Papst habe ihn mehraus Habsucht als aus Glaubenseifer festgenommen, wenn nicht zu-gleich der Befehl ertheilt würde, die aus Portugal gekommenen Neu-christen zu verhaften, die doch offenbare Ketzer wären. Darauf wurdeebenso Pedro de Aranda wie fünf der portugiesisch - marranischenGesandtschaft eingekerkert. Die beiden Häupter Pedro und Alemannentwischten aber (20. April 1497). Die Angelegenheit der portu-giesischen Juden mußte indessen doch eine günstige Wendung ge-
*) G. Heine thcilt a. a. O- S. 152 ein Actenstück, den Brief des GesandtenGarcilaso an die katholischen Könige Ferdinand und Jsabclla vom Jahre 1497mit, worin von der Gesandtschaft der portugiesischen Judcnhcit die Rede ist.Den Namen eines der Gesandten 121 ünraäo Xlovaan darf man wohl nichtmit Heine „den Geschwornen aus Deutschland" übersetzen, sondern muß ihnals Eigennamen XIsin an fassen, deren cs mehrere gegeben, und ei suraäoist ein Funktionstitcl, Rathshcrr oder Schöffe Ein von Fidel Fita veröffent-lichtes Breve des Papstes Alexander VI. an die Ordinarien der Inquisitionvom Jahre 1493 und an das Königspaar vom Jahre 1494 betrifft die MarrancnVstrus snratns st sxsontor aus Sevilla, seine Frau und noch einigeandere, welche nach der Vcrurthcilung von der Inquisition entflohen, von denPäpsten Sixtus IV. und Jnnoccnz VIII. Absolution erhalten hatten undnichtsdestoweniger als judaisircndc Rslapsi verfolgt wurden. Alexander VI.gab der Inquisition Recht und hob die Jndulgenz seiner Vorgänger auf(Lolstiii XV, Jahrg. 1889, p. 565). Ist dieser Östrus.snratus st exs-vutor identisch mit dem bei Heine Loäro Lassontor?
Graetz, Geschichte der Juden. VIII.
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