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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Geschichte der Juden.

an den Haaren zum Taufbecken geschleift wurden, und wie die Väterin Trauer mit verhülltem Haupte und mit Schmerzensschrei ihreKinder begleiteten und am Altar gegen diese unmenschliche Gewalt-taufe protestirten. Ich habe noch anderes unaussprechlich Grausigesgesehen, das ihnen zugefügt wurde" *). Christen selbst wurden vondem Jammergeschrei und den Thränen der jüdischen Väter, Mütterund Kinder zu Mitleid und Erbarmen bewegt, und trotz des Verbotesvon Seiten des Königs, den Juden Beistand zu leisten, verbargen siemanche Unglückliche in ihren Häusern, um sie wenigstens für denAugenblick zu retten -). Aber das Steinherz des Königs Manoel undseiner jungen Gattin, der Spanierin Jsabella II., blieb ungerührt vondiesen Jammerscenen. Die getauften Kinder, denen christliche Namenbeigelegt wurden, ließ der König in verschiedene Städte vertheilen undchristlich erziehen. Entweder in Folge eines heimlichen Befehles oderaus Uebereifer schleppten die Schergen nicht blos Kinder, sondernauch Jünglinge und Mädchen bis zum Alter von zwanzig Jahrenzur Taufe.

Viele Juden Portugals mögen wohl bei dieser Gelegenheit zumChristenthum übergegangen sein, um mit ihren Kindern beisammenbleiben zu können. Aber das genügte dem Könige nicht, der sich nichtaus Glaubenseifcr, sondern aus politischein Interesse bis zur Herz-losigkeit verhärtet hatte; sämmtliche Juden Portugals sollten mit oderohne Ueberzeugung darauf kam es ihm nicht an Christen werdenund im Lande bleiben. Zu diesem Zwecke brach er noch mehr alssein Vorgänger sein gegebenes Versprechen. Als die Frist zur Aus-wanderung immer näher rückte, befahl er, daß die Juden sich nur ineinem einzigen Hafenplatze, in Lissabon einschiffen dürften, währender ihnen früher drei Plätze zugemiesen hatte. So mußten denn allediejenigen, welche auswandern wollten, in Lissabon zusammenströmen man sagt 20 000 Seelen mit brennendem Schmerz im Herzen,aber bereit, alle Qualen zu erdulden, um nur ihrer Ueberzeugungtreu zu bleiben. Was that der Unmensch? Er wies ihnen allerdingsin der Hauptstadt Wohnungen an, aber legte ihrer Einschiffung soviele Hindernisse in den Weg, daß die Zeit verstrich, und der Oktoberherankam, an dem sic, wenn noch auf portugiesischem Boden betroffen,das Leben oder wenigstens die Freiheit verwirkt haben sollten. Als siesolcher Gestalt seinen Händen preisgegeben waren, ließ er diejenigen,

H De Goes und Osorius a. a. O. Coutinho's Angabe bei Heine a. a. O.Anhang II. p. 178 f. Hcrculano das. p. 125.

2) De Goes a. a. O.

°) Hcrculano das. aus biss, da ^sucla.