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Geschichte der Juden.
innerhalb einer Zeitfrist bei Todesstrafe verlassen sollten ^). Um seinGewissen zu beschwichtigen, verfuhr der König Anfangs milde gegendiejenigen, welche sein Edikt in grenzenloses Elend treiben sollte. Erdehnte die Frist zur Auswanderung lange genug aus, bis zum Oktoberdes nächstfolgenden Jahres, so daß ihnen Zeit bliebe, Vorkehrungenzu treffen; er bestimmte ferner drei Hafenplätze für ihren freien Aus-zug (Lissabon, Oporto und Setubal). Daß er die Juden durch Ver-heißungen von Ehren und Vortheilen zum Christenthume zu lockensuchte, lag so sehr in der verkehrten Ansicht der Zeit, daß er nichtdafür verantwortlich gemacht werden kann. Dennoch ließen sich An-fangs nur wenige für die Taufe gewinnen.
Aber gerade das milde Verfahren Manoel's schlug zum größernVerderben der Juden aus. Da sie Zeit hatten, sich zur Auswanderungvorzubereiten, und es ihnen nicht verwehrt war, Gold und Silbermitzunehmen, so glaubten Viele, sich nicht beeilen zu müssen und ihreAbreise aufschieben zu dürfen. Vielleicht änderte sich gar der Sinndes Königs. Sie hatten Freunde bei Hofe, welche zu ihren Gunstenwirkten. Ohnehin waren die Wintermonate nicht geeignet, sich demMeere anzuvertrauen. Die Meisten von ihnen warteten also dasFrühjahr ab. Inzwischen änderte sich allerdings der Sinn des KönigsManoel, aber nur zu ihrem grausigen Elende. Es verdroß ihn nämlich,daß so wenige Juden sich zur Annahme des Christenthums entschlossenhatten. Er sah sie nicht gerne mit ihren Reichthümern und ihrerBrauchbarkeit abziehen, und sann darauf, sie im Lande, freilich alsChristen, behalten zu können. Nur der erste Schritt kostete ihm Ueber-windung, der zweite wurde ihm schon leicht.
Im Staatsrathe regte er die Frage wieder an, ob die Judenmit Gewalt zur Taufe gebracht werden dürften. Zur Ehre derportugiesischen Geistlichkeit muß es gesagt werden, daß dieselbe sichentschieden gegen die gewaltsame Taufe ausgesprochen hat. Der BischofFernando Coutinho von Algarvien führte kirchliche Autoritätenund päpstliche Bullen an, daß die Juden nicht zur Annahme desChristenthums gezwungen werden dürften, weil dieses ein freies und
*) Damiäo de Goes gicbt an, Manoel habe die über die Frist Zurück-bleibenden mit Todesstrafe bedroht, eben so Usque III. dlo. 28 und JmanuclAboab p. 295. Osorius scheint also die Härte gemildert zu haben, wenn ererzählt (I. e. p. 13 a): gui (lluckael atgus Nauri) In illirm roZno luissentiuveuti, lldsrtatsin arnittsrsnt. In dem Ausweisungsedikt heißt csausdrücklich in dem Dekrete: »soll psua clo rnorto natural". lieber dasTagcsdalum des Auswcisungsdckrcts, über welches scheinbar verwirrende An-gaben existiren vergl. Locb in Revers des ötucles jurves 1. III, 285.