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8 (1897) Geschichte der Juden von Maimuni's Tod (1205) bis zur Verbannung der Juden aus Spanien und Portugal : 2. Hälfte
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Ausweisung der Juden aus Portugal. 379

für die Verbannung der Juden vor, und der Haß ist stets logischerund beredter als die Milde. Die Juden seien früher aus Frankreichund gegenwärtig aus einigen Gegenden Deutschlands, sowie aus Castilienund Aragonien vertrieben worden, weil ihr Verkehr mit den Christenzum Schaden des Glaubens ausschlage, und weil sie den Einfältigenihre Jrrthümer beibrächten. Es sei zu befürchten, da sie Feinde deschristlichen Namens seien, daß sie die Staatsgeheimnisse den GegnernPortugals verrathen würden. Der Vortheil, den die Krone von demNeichthum der Juden ziehe, werde bedeutend durch den Nachtheil über-wogen, daß nach und nach alles Eigenthum durch List und Gewandt-heit in ihre Hände gerathen würde H.

Indessen blieb Manoel noch einige Zeit schwankend, weil seineedle Natur sich gegen diese Härte und Wortbrüchigkeit sträubte. DenAusschlag gab erst die Infantin Jsabella. Sie hegte einen fana-tischen, fast persönlichen Haß gegen die Juden-), war im Wahne >oder ließ es sich von den Geistlichen einreden daß das Unglück,welches über den König Jollo II. in seinen letzten Tagen herein-gebrochen war, durch die Aufnahme der Juden herbeigeführt wordensei, und sie, an der Brust des Aberglaubens genährt, fürchtete auchfür ihre Ehe mit Manoel ein Unglück, wenn die Juden ferner inPortugal geduldet blieben. Welch' eine bodenlose Lieblosigkeit in demHerzen einer jungen Frau! Für den König Manoel trat dadurch einunversöhnlicher Widerstreit der Gefühle und Gedanken ein. Die. Ehre,das Staatsintcresse und die Menschlichkeit geboten, die Juden nichtzu ächten und hilflos zu verstoßen; aber die Hand der spanischenInfantin und die Hoffnung auf den Besitz der spanischen Krone warennur durch das Elend der Juden zu gewinnen. Die Liebe neigte dasZünglein in der Wage zu Gunsten des Hasses. Als der König seineBraut an der Grenze erwartete, erhielt er ein Schreiben von ihr, daßsie nicht eher in Portugal eintreffen werde, bis das Land von denfluchbeladenen" Juden gesäubert sein werde^).

Der Heirathsvertrag zwischen Don Manoel und der spanischenInfantin Jsabella wurde also mit dem Elend der Juden besiegelt.Am 80. November 1496 war er unterzeichnet, und schon am 25. desfolgenden Monats erließ der König einen Befehl, daß sämmtlicheJuden seines Königreiches die Taufe empfangen oder das Land

*) Dieselben Schriftsteller.

2) äs Goes a. a. O-bemerkt: Isallol (In Iickanta) era iuimiAn äosla-raäu äosckuäsos.

°) Nach Urkunden von G. Heine in Schmidt's Zeitschrift für GeschichteJahrg. 1848 S. 147.